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Einführung Selbstlernmodule

Zusammenarbeit mit Eltern im Kontext von Differenz und Vielfalt

In dem folgenden Selbsternmodul werden theoretische und praktische Überlegungen für die interkulturelle Zusammenarbeit mit Eltern und Familien von der Expertin Frau Dr.‘ Berrin Özlem Otyakmaz vorgestellt.

 

Übersicht der Bausteine

Baustein A: Heterogenität der Familien

Baustein B: Kenntnisse über biographische und lebensweltliche Bezüge der Eltern/Familien

Baustein C: Umgang mit irritierend empfundenen Elternverhalten

Baustein D: Reflexion des eigenen und institutionellen Elternbildes

Baustein E: Schaffung einer wertschätzenden und partizipativen Elternarbeit

 

Baustein A: Heterogenität der Familien

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Familien mit Fluchthintergrund sind höchst heterogen. Diese Heterogenität zeigt sich auf mehreren Ebenen. So lassen sich an erster Stelle soziokulturelle Heterogenitätsmerkmale festhalten, wie z. B. Nationalität, Religion und Ethnizität. Zudem liegen Heterogenitätsmerkmale vor, die sich aus der jeweiligen Migrations-, Flucht-, und Aufenthaltssituation ergeben. Hinzukommen individuelle Heterogenitätsmerkmale, die sich aus der Persönlichkeit, der Lebensbiografie, dem Familienstand und dem Bildungsgrad einer Person ableiten.  Für die pädagogische Arbeit ist es wichtig, diese Heterogenitätsdimensionen zu berücksichtigen, damit Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster der Familien besser nachvollzogen werden können.

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Reflexionsfragen

  • Welche Kenntnisse habe ich über die Lebenslage, Biografie und Kultur der Eltern/Familien?
  • Inwieweit habe ich Wissen darüber, wie das (frühkindliche) Bildungssystem in den Herkunftsländern der Familien aufgebaut ist? (Link zu den Steckbriefen auf Kita.NRW)
  • In welchem Umfang werden innerhalb meines pädagogischen Angebotes die Lebenslagen und Biografien der Eltern/Familien reflektiert?

 

Baustein B: Kenntnisse über biographische und lebensweltliche Bezüge der Eltern/Familien

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Kenntnisse über die biografischen und lebensweltlichen Bezüge der Eltern/Familien sind ebenfalls wichtig, um die Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster der Familien besser zu verstehen. Insbesondere die Vorstellung der Eltern/Familien über Kindheit und Erziehungspraktiken wird durch die biografischen (eigene Kindheit etc.) und lebensweltlichen (Wohnraum, Bildung etc.) Bezüge der Eltern/Familien geprägt. Pädagogen sollten sich daher bewusst sein, dass Eltern/Familien unterschiedliche subjektive Vorstellungen von Kindheit und Erziehung haben können. Kenntnisse über die Lebensgeschichte und über die Lebenswelt der Eltern/Familien helfen dabei, diese subjektiven Vorstellungen zu verstehen.

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Reflexionsfragen

  • Inwieweit bin ich mir über die unterschiedlichen subjektiven Vorstellungen über Kindheit und Erziehung zwischen den Eltern/Familien und mir bewusst?
  • Inwieweit kann ich anhand der Lebensgeschichte und Lebenswelt der Eltern/Familien die unterschiedlichen subjektiven Erziehungsvorstellungen nachvollziehen?
  • In welchem Maße beeinflussen eventuell diese subjektiven Erziehungsvorstellungen mein pädagogisches Handeln?

 

Baustein C: Umgang mit irritierend empfundenen Elternverhalten

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Eltern/Familien können Erziehungspraktiken, Erziehungsvorstellungen und Verhaltensweisen aufzeigen, die gegensätzlich zu den eigenen Überzeugungen und Werten stehen. Diese Verhaltensweisen können die pädagogischen (Fach-)Kräfte als unangemessen oder irritierend wahrnehmen, was wiederum zu Missverständnissen und Uneinigkeit zwischen Eltern/Familien und pädagogischen (Fach-)Kräfte führen kann. Daher ist es für die pädagogischen (Fach-)Kräfte wichtig, dass zunächst der Versuch unternommen wird sich selbst in der Situation besser zu verstehen, indem reflektiert wird, was in der Situation empfunden wurde und welche eigenen Werte, Überzeugungen und Grundsätze berührt wurden. Anschließend ist es wichtig das Gespräch mit den Eltern/Familien zu suchen und das biografische und lebensweltliche Bezugssystem der Eltern/Familien zu erkunden. Im Anschluss werden Hypothesen gebildet, um das Verhalten der Eltern/Familien zu erklären und zu verstehen. Mit dieser Erkenntnis werden schließlich gemeinsame Normen und Zwischenlösungen ausgehandelt, die eine erfolgreiche und harmonische Zusammenarbeit garantieren.

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Reflexionsfragen

  • Wie sieht mein Bezugssystem innerhalb meiner pädagogischen Arbeit aus und inwieweit weicht es von dem Bezugssystem anderer ab?
  • Inwieweit beraten wir uns im Team, um ein bestimmtes Elternverhalten zu erfassen und ggf. zu erklären?

 

Baustein D: Reflexion des eigenen und institutionellen Elternbildes

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Die eigenen als auch die institutionellen Vorstellungen über Erziehung, Bildung und das Elternsein kann sich von den Vorstellungen der Eltern/Familien erheblich unterscheiden. Dies kann dazu führen, dass pädagogische (Fach-)Kräfte das Elternverhalten defizitär wahrnehmen und dementsprechend eine defizitorientierte Haltung aufweisen. Folglich ist es von großer Bedeutung, dass pädagogische (Fach-)Kräfte das eigene und institutionelle Elternbild reflektieren, um für sich zu klären, welche Erwartungen an die Eltern/Familien gestellt werden und vor welchem Hintergrund das Elternverhalten beurteilt wird. Dadurch können die pädagogischen (Fach-)Kräfte das Elternverhalten besser nachvollziehen und eine wertschätzende und vorurteilsbewusste Haltung entwickeln.

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Reflexionsfragen

  • Wie sieht mein eigenes Elternbild und das subjektive Elternbild der Eltern/Familien aus? Inwieweit unterscheidet es sich?
  • In welchem Maße schätze ich die Leistung der Eltern/Familien wert und erkenne ihre Erziehungseinstellungen an?
  • Welchen Einfluss nimmt das auf meine pädagogische Praxis?

 

Baustein E: Schaffung einer wertschätzenden und partizipativen Zusammenarbeit mit Eltern/Familien

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Neben der Berücksichtigung der biografischen und lebensweltlichen Bezüge der Familien sowie der Reflexion des eigenen Elternbildes ist es wichtig, dass pädagogische (Fach-)Kräfte eine wertschätzende und partizipative Zusammenarbeit mit Eltern/Familien und Arbeitsatmosphäre schaffen. Dabei sollen bei pädagogischen und administrativen Handlungsentscheidungen alle Überzeugungen, Werte und Vorstellungen der pädagogischen (Fach-)Kräfte, Kinder und Eltern/Familien Gehör finden. Auch ist die Schaffung einer Pädagogik der Vielfalt wichtig, in der alle Heterogenitätsdimensionen berücksichtigt und anerkannt werden.

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Reflexionsfragen

  • Welche Möglichkeiten haben Eltern/Familien, Kinder und pädagogische (Fach-)Kräfte auf eine demokratische Partizipation in meinem pädagogischen Angebot?
  • Inwieweit berücksichtige ich in meinem pädagogischen Angebot unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen und wie weit gehe ich darauf ein?

 

Zusammenfassung des Selbstlernmoduls „Zusammenarbeit mit Eltern im Kontext von Differenz und Vielfalt“

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Literacy unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit und Vielfalt

 

In diesem Lernmodul werden unter anderem die Wichtigkeit der Literacy-Erziehung sowie die Unterstützung der sprachlichen Bildung nach dem Prinzip des Dialogischen Bilderbuchlesens vorgestellt. Berücksichtigt werden dabei die Mehrsprachigkeit und die Vielfalt von Persönlichkeitsmerkmalen.

 

Übersicht der Bausteine

Baustein A: Zur Bedeutung von Literacy und Literacy-Erziehung

Baustein B: Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache

Baustein C: Das Dialogische Bilderbuchlesen

Baustein D: Literacy-Erfahrungen unter Berücksichtigung der kindlichen Vielfalt

Baustein E: Familiäre Lernumwelt

 

Baustein A: Zur Bedeutung von Literacy und Literacy-Erziehung

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Literacy ist ein Sammelbegriff für die Erfahrungen rund um die Lese-, Erzähl- und Schriftkultur und gilt als wesentliche Vorläuferkompetenz für das spätere Lesen und Schreiben. Das meint unter anderem die Vertrautheit im Umgang mit Büchern und der Schriftsprache, die Lesefreude, aber auch der kompetente Umgang mit anderen Medien, vor allem dem Internet. Die Literacy-Entwicklung ist abhängig von den Erfahrungen, welche die Kinder im Elternhaus und in pädagogischen Angeboten in diesen Bereichen machen. Dementsprechend ist die Literacy-Erziehung in nahezu allen Bildungsplänen verankert. Unterstützt werden kann diese Entwicklung vor allem durch Bilderbuchbetrachtung, Vorlesen/Nacherzählen, freies Erzählen, die selbstverständliche und gezielte Einbindung von Schriftzeichen in den pädagogischen Alltag und ähnlichem.

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Reflexionsfragen

  • In welchen Bereichen binden Sie schriftsprachliche Elemente, wie zum Beispiel Symbole, Buchstaben oder Wort- oder Textelemente zur Unterstützung der mündlichen Sprache, in Ihr pädagogisches Angebot mit ein?
  • Welche Möglichkeiten haben die Kinder innerhalb des pädagogischen Angebots sich alleine und mit Ihnen zusammen (Bilder) Bücher anzuschauen?
  • Inwieweit bauen Sie Fingerspiele, Kreisspiele oder Reimspiele in Ihren pädagogischen Alltag mit ein?

 

Baustein B: Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Schulische Lerninhalte verlangen vor allem Fähigkeiten komplexe Sachverhalte, Texte und Abstraktes zu verstehen oder kausale Zusammenhänge zu erkennen. Die wesentliche Kompetenz, die dafür benötigt wird, ist die dekontextualisierte Sprachform. Eine Sprachform, die in der Schriftsprache vorherrschend ist. Das Schriftliche unterscheidet sich vor allem zur mündlichen Alltagssprache durch eine lineare Argumentation, keine Wiederholungen oder Gedankensprünge, präziser Wortgebrauch oder dem Weglassen von Füllwörtern. Gerade das Erzählen unterstützt die Fertigkeit dekontextualisierte Sprache anzuwenden. Mit gezielten Fragestellungen

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Reflexionsfragen

  • Welche Möglichkeiten haben die Kinder in Ihrem pädagogischen Angebot über alltägliches oder bestimmte Themen zu erzählen, zu berichten oder sich mit Ihnen darüber auszutauschen?
  • Welche erzählanregenden und erzählunterstützenden Methoden benutzen Sie, um den Kindern beim Aufbau einer Erzählung zu helfen?
  • Wie oft lesen Sie den Kindern vor und auf welche unterschiedlichen Genres greifen Sie zurück?

 

Baustein C: Das Dialogische Bilderbuchlesen

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Mit Kindern in einen Dialog gehen unterstützt den natürlichen Sprachlernprozess und gilt nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den effektivsten Formen der Sprachlichen Bildung. Das dialogische Bilderbuchlesen ist eine Technik, die genau diesen dialogischen Prozess zwischen dem Erwachsenen und den Kindern unterstützt, indem das Kind zum Erzähler wird, eigene Gedanken und Erlebnisse mit einbringt sowie eigene Schwerpunkte in der Geschichte setzt. Die gemeinsame Gestaltung (Ko-Konstruktion) einer Geschichte in einem Bilderbuch ist zudem eine optimale Voraussetzung zum Erlernen neuer Wörter (Lexikon), aber auch komplexer Formulierungen (Morphologie, Syntax).

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Reflexionsfragen

  • Inwieweit lassen Sie die Kinder beim gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuches ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen mit einbringen?
  • Welche Fragen stellen Sie den Kindern zur Unterstützung des kindlichen Erzählens? Benutzen Sie eher geschlossene Fragen (ja/nein-Fragen)? Welche offenen Fragetypen setzen Sie ein (warum, wieso, weshalb, wann usw.)?
  • Inwieweit berücksichtigen Sie die Interessen und die Lebenswelt der Kinder in einer gemeinsamen Betrachtung von Bilderbüchern?

 

Baustein D: Literacy-Erfahrungen unter Berücksichtigung der kindlichen Vielfalt

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Umfangreiche Literacy-Erfahrungen erleben Kinder in vielfältigen Angeboten. Da Literacy-Erfahrungen sich auch auf die Indentitätsentwicklung auswirkt, sind die jeweiligen Familiensprachen sowie die unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder von besonderer Bedeutung. Gerade mehrsprachige Kinder konstruieren ihre personale, soziale und kulturelle Identität auch in ihren verschiedenen Sprachen.
Die Auswahl von Bilderbüchern und anderem Material hat demnach einen besonders hohen Stellenwert. Berücksichtigt bei der Auswahl sollte, welche Prägung dieses in Bezug auf gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen hat. Es sollte dahingehend überprüft werden, ob stereotype oder diskriminierende Ausdrücke vorhanden sind, die nicht eindeutig für Kinder als solche erkannt werden, aber indirekt Vorurteile, rassistische Ausgrenzung und Abwertung festigen können. Durch die aktive Auswahl von Büchern und Material kann Vielfalt als Normalität erlebbar gemacht, den Umgang damit eingeübt, Fragen aktiv aufgegriffen und Konflikte bearbeitet werden.

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Reflexionsfragen

  • Worauf achten Sie bei der Auswahl von Bilderbüchern?
  • Was für unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale können Sie bei den Kindern in Ihrem pädagogischem Angebot beobachten?
  • Inwieweit spiegeln die Materialien bzw. die Bilderbücher in Ihrem Angebot verschiedenste Merkmale und unterschiedliche Lebenswelten wider?

 

Baustein E: Familiäre Lernumwelt

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Umfangreiche Literacy-Erfahrungen erleben Kinder in vielfältigen Angeboten. Da Literacy-Erfahrungen sich auch auf die Indentitätsentwicklung auswirkt, sind die jeweiligen Familiensprachen sowie die unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder von besonderer Bedeutung. Gerade mehrsprachige Kinder konstruieren ihre personale, soziale und kulturelle Identität auch in ihren verschiedenen Sprachen.
Die Auswahl von Bilderbüchern und anderem Material hat demnach einen besonders hohen Stellenwert. Berücksichtigt bei der Auswahl sollte, welche Prägung dieses in Bezug auf gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen hat. Es sollte dahingehend überprüft werden, ob stereotype oder diskriminierende Ausdrücke vorhanden sind, die nicht eindeutig für Kinder als solche erkannt werden, aber indirekt Vorurteile, rassistische Ausgrenzung und Abwertung festigen können. Durch die aktive Auswahl von Büchern und Material kann Vielfalt als Normalität erlebbar gemacht, den Umgang damit eingeübt, Fragen aktiv aufgegriffen und Konflikte bearbeitet werden.

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Reflexionsfragen

  • Inwieweit unterstützen Sie die Familien bei der Gestaltung ihrer familiären Lernumwelt?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich in Ihrem pädagogischem Angebot, Familien mit Methoden zur Litercyförderung vertraut zu machen?
  • Beziehen Sie die Familien mit in Ihr pädagogisches Angebot ein, um gemeinsame Aktivitäten zur Literacyförderung durchzuführen?

 

Zusammenfassung des Selbstlernmoduls „Dialogisches Bilderbuchlesen unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit und Vielfalt“

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Mehrsprachigkeit in der Kita oder in einem pädagogischen Angebot

Ein professioneller Umgang mit Mehrsprachigkeit in der Kita oder einem pädagogischen Angebot bedeutet, dass Angebote vor dem Hintergrund einer sprachlichen Diversität gestaltet werden. Mit der Expertin Frau Professorin Dr.‘ Panagiotopoulou werden in diesem Lernmodul verschiedene Themen dazu besprochen und reflektiert.

 

Übersicht der Bausteine

Baustein A: Was zeichnet ein mehrsprachiges Kind aus?

Baustein B: Unsicherheiten im Umgang mit Mehrsprachigkeit

Baustein C: Einbindung der Mehrsprachigkeit in den pädagogischen Alltag

Baustein D: Gestaltung authentischer Kommunikationssituationen im pädagogischen Alltag

Baustein E: Mehrsprachigkeit in Familien

Baustein F: Reflexion über die eigene Haltung und Sprache

Vertiefungsbaustein: Translanguaging als Konzept für Praktiken der Mehr- und Quersprachigkeit 

  1. Translanguaging als theoretisches Konstrukt
  2. Translanguaging: Implikationen in die Praxis
  3. Beispiele zum Verständnis von Translanguaging

 

Baustein A: Was zeichnet ein mehrsprachiges Kind aus?

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Mehrsprachige Kinder besitzen ein komplexes Sprachenrepertoire, das sie flexibel einsetzen, um effektiv und pragmatisch zu kommunizieren. Dabei versuchen sie auch, sich an die sprachlichen Fähigkeiten des Gegenübers anzupassen. Es ist wichtig, über die eigenen Vorstellungen über Mehrsprachigkeit zu reflektieren und die Mehrsprachigkeit des Kindes als Kompetenz und Ressource wertzuschätzen.

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Reflexionsfragen:

  • Wie sieht Ihr Bild von einem mehrsprachigen Kind aus?
  • Inwiefern betrachten Sie in Ihrer Einrichtung oder pädagogischem Angebot die in dem Modul aufgezeigten Eigenschaften von Mehrsprachigkeit als eine Normalität?

 

Baustein B: Unsicherheiten im Umgang mit Mehrsprachigkeit

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Für mehrsprachige Kinder stellt es eine Normalität dar, in sprachlichen Äußerungen auch mal Wörter aus anderen Sprachen zu verwenden. Dieses Phänomen, welches viele pädagogische (Fach-)Kräfte noch unter dem Begriff Code-Switching kennen, wird mit dem Konzept des Translanguaging beschrieben. Kinder sollten in der Kita oder in der pädagogischen Praxis daher nicht ermahnt werden, nur in einer Sprache zu sprechen.

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Reflexionsfragen:

  • Inwiefern empfinden Sie es als eine Normalität, wenn Kinder flexibel ihr Sprachenrepertoire einsetzen?
  • Inwiefern erhält die nichtdeutsche Familiensprache der Kinder Raum in Ihrer Arbeit?

 

Baustein C: Gestaltung authentischer Kommunikationssituationen im pädagogischen Alltag

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Pädagogische (Fach-)Kräfte fühlen sich oft unsicher bei der Gestaltung eines mehrsprachigen pädagogischen Alltags. Für Kinder sind jedoch authentische Kommunikationssituationen sehr wichtig. Diese können gestaltet werden, indem pädagogische (Fach-)Kräfte Spiele und Aktivitäten kommentieren und gleichzeitig die Sprachen der Kinder einbeziehen.

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Reflexionsfrage:

  • Inwiefern kommentieren Sie in Ihrer pädagogischen Arbeit die gemeinsamen Aktivitäten, damit authentische Kommunikationssituationen entstehen können?

 

Baustein D: Einbindung der Mehrsprachigkeit im pädagogischen Alltag

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Pädagogische (Fach-)Kräfte sind häufig verunsichert darüber, wie sie die Mehrsprachigkeit der Kinder ohne eigene Sprachkenntnisse in den pädagogischen Alltag miteinbeziehen sollen. Sprachkenntnisse in den Einzelsprachen sind jedoch nicht nötig, um die Mehrsprachigkeit der Kinder wertschätzend einzubringen. Pädagogische (Fach-)Kräfte sollten Kinder dazu anregen, Elemente wie Wörter oder Lieder in ihren Sprachen einzubringen, damit sie merken, dass die eigene Mehrsprachigkeit im pädagogischen Alltag wertgeschätzt wird.

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Reflexionsfrage:

  • Inwiefern wird die Mehrsprachigkeit der Kinder in Ihrer Einrichtung oder pädagogischem Angebot bei Aktivitäten (z.B. bei Spielen) berücksichtigt?

 

Baustein E: Mehrsprachigkeit in Familien

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Mehrsprachigkeit ist ein Phänomen, das nicht nur Migrationsfamilien betrifft. Wenn Sie an die unterschiedlichen Regionen in Deutschland denken, sehen Sie, dass auch hier verschiedene Regiolekte vorhanden sind. Wichtig ist zu erkennen, dass Sprachen familiäre Beziehungen gestalten und daher unterschiedliche Familiensprachen von pädagogischen (Fach-)Kräften wertgeschätzt werden sollten.

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Reflexionsfragen:

  • Welche Sprachen sprechen Sie? Und berücksichtigen Sie auch die Sprachkenntnisse, die Sie zum Beispiel im Urlaub oder im Restaurant verwenden.
  • Mit wie vielen Sprachen werden Sie in Ihrem Alltag konfrontiert (Werbung, Restaurants, Internet, Freunde, Bücher, technische Geräte usw.)?

 

Baustein F: Reflexion über die eigene Haltung und Sprache

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Auch, wenn pädagogische (Fach-)Kräfte nur das Beste für Kinder wollen und sich sehr für diese engagieren, kann es passieren, dass sie (unbeabsichtigt) in eine negative Sprache verfallen. Daher ist es wichtig, über das eigene Sprechen über die Mehrsprachigkeit nachzudenken. Eine Sprache, die die Mehrsprachigkeit der Kinder abwertet, sollte vermieden werden. Es lohnt sich, über das Konzept des Translanguaging nachzudenken. Mehrsprachige pädagogische (Fach-)Kräfte hingegen sollten als gute sprachliche Vorbilder dienen, indem sie auch ihre eigene Mehrsprachigkeit in den pädagogischen Alltag einbringen.

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Reflexionsfrage:

  • Inwiefern ist die Reflexion über Ihre Haltung zu Mehrsprachigkeit Teil ihrer pädagogischen Arbeit?

 

Vertiefungsbaustein: Translanguaging

Für diejenigen, die sich näher mit dem theoretischen und pädagogischen Konzept des Translanguaging beschäftigen möchten, wird ein weiteres Modul mit drei Videos angeboten, in dem das Konzept von Frau Professorin Dr.‘ Panagiotopoulou erklärt wird.

Baustein G1: Translanguaging als theoretisches Konstrukt

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Baustein G2: Translanguaging: Implikationen in die Praxis

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Baustein G3: Beispiele zum Verständnis von Translanguaging

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Zusammenfassung des Selbstlernmoduls „Mehrsprachigkeit in der Kita oder in einem pädagogischen Angebot“

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Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

In einem Fachgespräch mit Caroline Ali-Tani und Prof. Dr. Timm Albers werden theoretische und praktische Überlegungen in Bezug auf den Umgang mit Vielfalt in pädagogischen Settings diskutiert und Impulse für die Umsetzung einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung gegeben.

 

Übersicht der Bausteine

Baustein A: Theoretische Grundlagen von Inklusion und Vielfalt

Baustein B: Umgang mit Vielfalt in pädagogischen Settings

Baustein C: Haltung und Diskriminierung

Baustein D: Beispiele guter Praxis

 

Baustein A: Theoretische Grundlagen von Inklusion und Vielfalt

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

In der Arbeit mit jungen Kindern gilt Vielfalt oft als etwas Selbstverständliches und wird weniger als pädagogische Herausforderung betrachtet wie etwa im schulischen Bereich, wenn es z.B. um die Bewertung von Leistungen geht. Dennoch wird Vielfalt innerhalb der Gesellschaft und somit auch in der frühpädagogischen Praxis nicht neutral und gleichwertig wahrgenommen und wertgeschätzt, wodurch viele Kinder und Familien tagtäglich mit Barrieren der Teilhabe und Ausgrenzung konfrontiert sind. Die Diskriminierung von Familien oder Kindern geschehen nicht willkürlich, sondern beziehen sich auf bestimmte Vielfaltsmerkmale, zum Beispiel der Sprache. Für die Praxis bedeutet dies u.a , nicht nur die Interaktionen, sondern auch die Ausstattung der Einrichtung, das Spielmaterial usw. hinsichtlich einseitiger Repräsentation von Vielfalt zu analysieren, mit dem Ziel eine partizipative Willkommenskultur zu schaffen, in der sich alle Familien und Kinder wiederfinden können.
Dieses Modul zeigt am Beispiel von Sprache auf, wie die Teilhabechancen von Kindern und Familien erhöht werden kann und welche praktischen Konsequenzen damit für die Umsetzung von Inklusion verbunden sind.

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Reflexionsfragen

  • Wie kann ich alle Familien und Kinder willkommen heißen?
  • Welchen Stellenwert hat für mich die Partizipation von Familien?
  • Was bedeutet Inklusion für die pädagogische Praxis?

 

Baustein B: Umgang mit Vielfalt in pädagogischen Settings

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Ausgehend von einem Praxisbeispiel wird das Aufhängen von Flaggen in pädagogischen Settings diskutiert und reflektiert. Häufig sollen die Flaggen und damit die Vielfalt an Nationalitäten die Vielfalt in den Einrichtungen und Angeboten symbolisieren und widerspiegeln. Dabei stellt die Herkunft nur einen Teil der Identität von Familien dar und die Nationalität hat für jede Familie einen individuellen Stellenwert. In diesem Video wird eine differenziertere Betrachtung von Vielfalt vorgestellt, die den Blick auf die individuellen Werte von Familien lenkt und mit dem Begriff der Familienkulturen beschrieben wird. Ebenfalls von Bedeutung ist es, zunächst von Gemeinsamkeiten auszugehen und auf dieser Grundlage individuelle Unterschiede zu suchen, mit dem Ziel des Aufbrechens binärer Sichtweisen und stereotypen Kollektivgruppen und des Sichtbarmachens einer breiten Vielfalt aller Kinder und Familien. Wie Pauschalisierungen und einseitige Betrachtungen auf Kinder und ihre Familien vermieden werden können, wird anhand von praktischen Beispielen vorgestellt.

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Reflexionsfragen

  • Wie schaffe ich es, dass sich die Vielfalt von Familien in meinem Angebot widergespiegelt?
  • Was bedeutet für mich die Herkunft (Nationalität) im Zusammenhang mit meiner Identität?
  • Wie kann ich die Gemeinsamkeiten in der Kindergruppe suchen und bewusstmachen?
  • Welche Chancen bietet die Thematisierung von Gemeinsamkeiten, anstelle der Unterschiede?

 

Baustein C: Haltung und Diskriminierung

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

Im Umgang mit Vielfalt spielt die Haltung von pädagogischen (Fach-)Kräften eine wichtige Rolle. Am Beispiel des Vielfaltsmerkmals „Geschlecht“ werden Stereotypisierungen im Umgang mit Mädchen und Jungen deutlich gemacht. Obwohl das Alter und das Geschlecht Vielfaltskategorien darstellen, die in jedem pädagogischen Setting ständig präsent sind, werden sie selten bewusst wahrgenommen, wie etwa die ethnisch-kulturelle Herkunft, der sozio-ökonomische Status oder die psychischen/physischen Fähigkeiten. In der pädagogischen Praxis ist es umso wichtiger, sich der eigenen Normalitätsvorstellungen und stereotypischen Annahmen bewusst zu sein und die Haltung dahingehend regelmäßig zu reflektieren.

Wie die eigene Haltung und die Vorerwartungen an Kinder dazu führen können, dass Kinder im pädagogischen Alltag benachteiligt werden, wird in diesem Video anhand einer Studie thematisiert.

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Reflexionsfragen

  • Machen Sie sich Ihre eigene Vorstellung von „Normalität“ bewusst! Welche Vielfaltsmerkmale oder welches Verhalten irritieren Sie und warum?
  • Wie beeinflussen Vielfaltsmerkmale Ihr Denken und Handeln?
  • Welche Erwartungshaltung lösen z.B. bestimmte äußere Merkmale bei Ihnen aus?
  • Überlegen Sie, wie und in welcher Form Kindern Botschaften über Vielfalt vermittelt werden! Denken Sie z.B. an Kinderbücher! Welche einseitigen und stereotypen Darstellungen tauchen immer wieder auf und welche Folgen könnten diese auf das Selbstbild der Kinder haben?

 

Baustein D: Beispiele guter Praxis

Zusammenfassende Handlungsempfehlungen:

In der Praxis der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung geht es darum, Kindern Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen und diese auch bewusst zu thematisieren, da der bloße Kontakt mit unterschiedlichen Menschen nicht unbedingt ausreicht, Vorurteile zu widerlegen. Kinder sollen lernen, sich in Gegenwart von Menschen, die sich in ihrem Verhalten oder Aussehen von ihnen unterscheiden, wohlzufühlen und ihnen gegenüber Empathie zu entwickeln. Kinder entdecken Gemeinsamkeiten, auf deren Grundlage dann auch Unterschiede thematisiert werden können. Dies geschieht alltagsintegriert und spielerisch. Sprachliche Barrieren zu Familien können mit Hilfe von Bildkarten und Büchern minimiert werden. Für die Weiterentwicklung sowie für die Konzeptentwicklung von Einrichtungen und Angeboten stehen z.B. mit dem Index für Inklusion bewährte Instrumente zur Verfügung.

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Reflexionsfragen

  • Inwiefern beeinflusst die Vielfalt der Kinder und Familien die Weiterentwicklung meines pädagogischen Angebots?
  • Auf welche Möglichkeiten greife ich zurück, um den Kontakt zu Kindern und Familien zu erleichtern?
  • In welchem Maße spiegelt sich die Vielfalt der Kinder im Alltagsmaterial wider?

 

Zusammenfassung des Selbstlernmoduls „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung“

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