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„FlüKids“ in Duisburg: Nachbarschaft im Sozialraum gestalten

„FlüKids“ in Duisburg: Nachbarschaft im Sozialraum gestalten

Eltern-Kind-Gruppen „FlüKids“ des DRK Duisburg
Angertaler Straße
47249 Duisburg

Das Projekt startete erstmals als Angebot in einem ausgebauten Fahrradkeller der Wanheimer Gebag-Wohnanlage in Duisburg. Mittlerweile bietet das Deutsche Rote Kreuz das Programm an zwölf weiteren Standorten in Form von Eltern-Kind-Gruppen und altersgemischten Spielgruppen an. Grundgedanke aller Angebote ist eine konsequente Sozialraumorientierung. Eines dieser Angebote ist die Eltern-Kind-Gruppe „FlüKids“ im City-Wohnpark im Duisburger Dellviertel. Das Brückenangebot findet in direkter Nachbarschaft zu einer Wohnunterkunft von Familien statt.

Kontakt zu den Familien

Für die Kontaktaufnahme zu den Familien besteht eine gewachsene Informationsstruktur. Nachdem die Leitung von dem Zuzug einer Familie in den City-Wohnpark erfahren hat, setzt sie sich mit dieser in Verbindung, indem sie das persönliche Gespräch bei einem Hausbesuch sucht. Hierbei wird der Familie das Angebot mit Struktur und Konzept vorgestellt. Häufig ziehen die Informationen weitere Kreise, wodurch sich der Zulauf erhöht.

Die Räumlichkeiten

„FlüKids“ befindet sich ganz oben in einem Hochhaus des City-Wohnparks. Die Räumlichkeiten wurden mit Hilfe von Spenden renoviert und gemütlich hergerichtet. Zu ihnen gehören neben einem großen Gruppenraum mit Zugang zu einer Dachterrasse ein Flur mit Eingangsbereich, zwei kleinere Nebenräume, ein Waschraum sowie eine Küche. Der große Gruppenraum umfasst einen kindgerechten Spielbereich, der mit Teppichboden ausgelegt ist. Der Spielbereich bietet ausreichend Platz, um Sitzkreise zu machen und freies Spielen zu ermöglichen. In den Regalen befinden sich Spielsachen, Bücher und Bastelmaterial. Das Spielzeug ist für die Kinder frei zugänglich. Außerdem befindet sich in dem Gruppenraum ein Ess- und Bastelbereich mit einer Tischgruppe und Stühlen. Aktuell in Planung ist die Einrichtung eines Lese- und Ruheraums. Der Lese- und Ruheraum soll den Kindern die Möglichkeit bieten, sich Bücher anzuschauen, sich auszuruhen und zu entspannen. Ebenfalls geplant ist ein separates Büro für die anfallenden organisatorischen Aufgaben.

Das Angebot

Das Eltern-Kind Angebot „FlüKids“ wird dreimal pro Woche für jeweils zwei Stunden angeboten. Vormittags findet von 10.00 bis 12.00 Uhr das Eltern-Kind Angebot mit Kindern von einem bis drei Jahren statt. Von 13.00 bis 15.00 Uhr gibt es ein weiteres Angebot für Eltern mit Kindern von drei bis sechs Jahren. Die Kinder werden überwiegend von ihren Müttern begleitet. Betreut wird das jeweilige Angebot von drei Fachkräften: einer pädagogischen Fachkraft als Kursleiterin, einer Assistentin und einer Kinderbetreuerin. Beim Personaleinsatz im Bereich der Kinderbetreuung wird viel Wert auf die pädagogische Qualifikation sowie Vorbildung gelegt. Zudem wird der Fremdsprachenkompetenz des Personals eine große Bedeutung zugeschrieben.

Die Angebotsstruktur

Die Phase des Ankommens ist offen gestaltet. Die Kinder und ihre Eltern finden sich nach einer kurzen Begrüßung in einem Sitzkreis ein und singen gemeinsam ein Begrüßungslied. Hier wird jedes Kind mit seinem Namen begrüßt. Es folgen weitere Singspiele. Die Fachkräfte bieten den Kindern Raum, Lieder aus ihren Herkunftsländern einzubringen. Hierbei ist oft die Unterstützung der Eltern gefragt und die Kinder haben große Freude daran. Danach beginnt eine Freispielphase, auf die eine gemeinsame Teepause folgt, in der alle Kinder mit ihren Eltern am Tisch zusammenkommen. Anschließend gibt es eine Bastelphase, in der den Kindern mit ihren Eltern ganz unterschiedliches Bastelmaterial zur kreativen Entfaltung angeboten wird. Das gemeinsame Basteln hat sich als festes Ritual etabliert und dient der Förderung von Kreativität und Motorik. Hier bieten sich viele Sprachanlässe. Die Bastelergebnisse werden entweder im Zeichen der Wertschätzung als Dekoration in den Räumen platziert oder den Familien mitgegeben. Auf die Bastelzeit folgt ein Bewegungsspiel. Die Kinder erhalten zum Beispiel bunte Luftballons und müssen die richtige Farbe in das dazu passende Körbchen werfen. Um sich den Körbchen zu nähern, sind Bewegungsanweisungen wie „laufen“ oder „auf Zehenspitze gehen“ zu befolgen. Das Abschlussritual bildet ein Lied, in dem wieder jedes Kind mit seinem Namen angesprochen und verabschiedet wird.

Sprache, Spiel und soziales Miteinander sind die Eckpfeiler des Angebots. Eltern und Kinder spielen, singen, malen und basteln gemeinsam. Durch die gemeinsame Interaktion werden die Eltern in ihrer Rolle unterstützt und können Anregungen für die Freizeitgestaltung sowie für entwicklungsfördernde Kommunikations- und Sprachspiele gewinnen. Somit kann die Stärkung der Elternkompetenz als ein wesentliches Ziel der Eltern-Kind-Gruppe hervorgehoben werden. Sei es beim Singen, Spielen oder Basteln – im Hinblick auf den Umgang mit Sprache ist die Freude am Sprechen selbst das Wichtigste. Zentral ist hierbei die Förderung von Sprachkompetenzen und von Mehrsprachigkeit. Auch auf der Ebene des Personals zeigt sich: Durch das sprachliche Repertoire der Fachkräfte gelingt es den Eltern schneller, eine fundierte Beratung in Belangen und Fragen über den eigentlichen Rahmen hinaus zu erhalten. Die Kursleitungen verfügen über pädagogische und interkulturelle Kompetenzen und sind im Bereich der Mehrsprachigkeit versiert, was den Vertrauensaufbau mit den Familien unterstützt. Zudem sehen sich die Fachkräfte als Vorbilder und Mutmacher, mit denen sich die Familien identifizieren können und sollen.

Vernetzung und Kooperationen

Das „FlüKids“ ist an mehreren Standorten vertreten. Die Standorte verfügen über eine vielfältige Vernetzung untereinander. Zusätzlich ist das Brückenprojekt aufgrund der Organisation durch das Deutsche Rote Kreuz gut vernetzt. Darüber hinaus hat das Projekt eine Vernetzung zu weiteren Trägern und Organisationen, unter anderem existiert eine Vernetzung mit dem Elternbildungsangebot „Griffbereit“.

Brückenprojekt „MuK“: Sicherheit durch Kontinuität

Brückenprojekt „MuK“: Sicherheit durch Kontinuität

Mutter-Kind-Spielgruppe „MuK“ in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH
Herforder Straße 74-76
33602 Bielefeld

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in Bielefeld bietet seit September 2015 eine Mutter-Kind-Spielgruppe „MuK“ an fünf Tagen in der Woche an. Durch ihr Betätigungsfeld im Bereich der beruflichen Bildung und Unterstützung ist die FAW gut innerhalb Bielefelds mit Einrichtungen der Stadt, weiteren Organisationen sowie der Wirtschaft vernetzt. Gleichzeitig entwickeln sich durch das Angebot im Haus Synergieeffekte, wodurch häufig eine familiäre Unterstützung auf mehreren Ebenen möglich ist: Es werden Sprachkurse in der FAW angeboten, und hier finden auch Weiterbildungen und Schulungen sowie Qualifizierungs- und Kompetenzfeststellungen statt.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird über die Stadt vermittelt, indem die Einrichtung über freie Plätze informiert und sich erkundigt, ob ein Bedarf besteht. Dabei wird natürlich auf eine gute Erreichbarkeit des Angebots für die Familien geachtet.

Die Räumlichkeiten

Für das Angebot wurde ein Seminarraum umgestaltet und kindgerecht hergerichtet. Außerhalb des Angebots finden hier auch noch Seminare statt. Der Raum ist mit Teppichboden ausgelegt und wurde liebevoll mit Spielsachen ausgestattet. An Wände und Fenster wurden kindgerecht Bilder, Bastelstücke und Poster angebracht sowie ein Wochenplan, der mit Hilfe von Piktogrammen feste Aktivitäten an dem jeweiligen Wochentag abbildet. Der Raum lässt sich unterteilen. Im vorderen Bereich befindet sich eine Tischgruppe mit Stühlen und einem Regal, in dem sich Material befindet. Die sich im vorderen Bereich befindlichen Gegenstände wie Whiteboard und Flipchart werden für das Angebot genutzt. Der hintere Bereich ist mit weiteren Spielsachen ausgestattet und bietet Platz für das Spielen auf dem Boden. In unmittelbarer Nähe zum Standort der FAW befindet sich ein großzügiger Spielplatz, der für Aktivitäten im Freien aufgesucht wird.

Das Angebot

Das Angebot findet fünfmal pro Woche vormittags von 9.00 bis 13.00 Uhr statt. Auch wenn das Angebot als Mutter-Kind-Spielgruppe organisiert ist, lässt sich feststellen, dass Mütter mit zunehmendem Vertrauen in das Angebot eigenständig Phasen des Getrenntseins einleiten, wenn beispielsweise etwas zu erledigen ist und die Kinder gut damit umgehen können. Im Hinblick auf den zukünftigen Besuch einer anderen Bildungseinrichtung wird dies von den Fachkräften unterstützt. Positiv ist hier, dass durch das qualifizierte Personal vor Ort eine gewisse Flexibilität besteht. So kann auch relativ spontan auf die tägliche Anzahl von Kindern und Müttern reagiert werden.

Die Angebotsstruktur

Da das Angebot an fünf Tagen in der Woche stattfindet, sind bestimmte Aktivitäten als feste Strukturelemente zu bestimmten Zeitpunkten kontinuierlich in der Woche eingeplant und finden nicht an jedem Wochentag statt. Der Wochenplan dient dabei als Orientierung und legt den Ablauf je Wochentag offen. Beispielsweise gibt es an zwei Tagen in der Woche ein kleines gemeinsames Frühstück mit Obst und frischem Gemüse. Es gibt aber auch Strukturbestandteile, die über die Wochentage hinaus gleich sind. Hierzu gehört der offene Anfang. Um 10 Uhr wird gemeinsam gesungen und es folgt eine „Wie-geht-es-mir“-Runde mit Smileys. Anschließend gibt es ein gemeinsames Angebot das variiert, zum Beispiel ein gemeinsames Frühstück und ein Bastelangebot sowie die Möglichkeit zum freien Spiel. Sofern das Wetter es zulässt, geht die Gruppe auch noch gemeinsam auf den Spielplatz. Ein gemeinsamer Abschluss findet in der Regel mit einem Abschlusslied statt.

Ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit wird darin gesehen, den Familien und Kindern das Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln und Vertrauen sowie Beziehung aufzubauen. Dabei wird äußerst viel Wert darauf gelegt, dass feinfühlig und sensibel auf die Familienmitglieder und ihre Lebenssituation Rücksicht genommen wird. Sensibilität und Empathie sowie in den Dialog zu treten und gemeinsame individuelle Lösungen für bestehende Schwierigkeiten zu finden sind zentraler Bestandteil der Arbeit. Gleichzeitig soll das Angebot den Kindern die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen in einem pädagogischen Setting zu sammeln. Hierzu gehört, dass Kinder und Eltern mit gängigen Regeln in deutschen Bildungseinrichtungen vertraut werden und spielerisch erste deutsche Wörter lernen. Aus diesem Grund dient die „Wie-geht-es-mir“-Runde mit Smileys dazu, dass sich die Kinder ein kleines Repertoire an Gefühls- und Befindlichkeitsäußerungen aneignen, damit sie sich dazu auch im Falle von Unwohlsein sicher ausdrücken können und keine Hemmungen haben.

Vernetzung und Kooperationen

Die FAW ist in Bielefeld und durch ihre weiteren Standorte in der Umgebung gut vernetzt. Das Engagement der Mitarbeiter-/innen bietet darüber hinaus einen Dialog in städtische Gremien. Die Ansprechpartnerin für das Brückenprojekt ist zum Beispiel im Integrationsrat der Stadt aktiv. Daraus ergeben sich weitere Austauschmöglichkeiten und hilfreiches Wissen über städtische Strukturen. Zudem werden weitere Vernetzungsstrukturen kontinuierlich aufgebaut, die sich häufig auf der Suche nach konkreten Lösungen für einzelne Familien ergeben.

Brückenprojekt im Senfkorn: Ein Angebot für die ganze Familie

Brückenprojekt im Senfkorn: Ein Angebot für die ganze Familie

Familienzentrum Senfkorn
Stockheimer Straße 24
59590 Geseke

Seit September 2015 bietet das evangelische Familienzentrum Senfkorn in Geseke ein Brückenprojekt in Form einer Eltern-Kind-Spielgruppe für Familien mit Fluchterfahrung an und hat diese im Januar 2016 erweitert. Als erfahrenes Familienzentrum mit vielfältiger Vernetzung und unterschiedlichen Angeboten bietet es für Familien einen Möglichkeitsrahmen, der weit über das Brückenprojekt hinausgeht. Das Familienzentrum ist ein Ansprechpartner für unterschiedliche Fragen und Bedürfnisse und bietet viele Angebote. Neben gemeinsamen Aktivitäten, die von Fachkräften moderiert und angeleitet werden, haben die Eltern zweimal pro Woche die Möglichkeit, einen Sprachkurs vor Ort zu besuchen. Die Kinder hingegen nehmen gelegentlich an den Aktivitäten der Kindertageseinrichtung teil, wodurch sie mit den Strukturen vertraut gemacht werden und dieses Setting kennenlernen.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird über die Stadt vermittelt. Auf der Suche nach passenden Familien hat das Einzugsgebiet Priorität. Dies gewährleistet, dass das Angebot nicht nur zu den Familien passt, sondern für diese auch gut erreichbar ist, denn die meisten Familien sind zu Fuß unterwegs. Derzeit besuchen zehn Kinder mit ihren Eltern die Angebote im Familienzentrum.

Die Räumlichkeiten

Neben den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte befindet sich auf dem Gelände auch das Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus, in dem sowohl die Sprachkurse, das gemeinsame Angebot, als auch weitere Angebote des Familienzentrums stattfinden. Das gemeinsame Angebot selbst befindet sich hier in einem kindgerechten Raum mit Tischgruppe und Stühlen, einer gemütlichen Kuschelecke, Spielzeug und ausreichend Platz, um Sitzkreise zu machen und freies Spielen zu ermöglichen. Die Sprachkurse finden in einem anderen Raum innerhalb des Gebäudes statt, wodurch eine räumliche Nähe auch bei getrennten Phasen hergestellt wird. Direkt nebenan ist der Gebäudekomplex, in dem sich die Kindertagesstätte befindet.

Das Angebot

Das Angebot findet dreimal pro Woche nachmittags von 14.00 bis 17.00 Uhr statt. An zwei Tagen in der Woche besuchen die Eltern in der Regel während dieser Zeit einen Sprachkurs. Betreut wird das Angebot von zwei bis drei Fachkräften, wobei eine Fachkraft gleichzeitig auch Sprachkurse anbietet und so als konstante Ansprechpartnerin für die Eltern fungieren kann. Sie wird von einer weiteren pädagogischen Fachkraft im kindlichen Angebot zu diesen Zeiten abgelöst.

Die Angebotsstruktur

Nach der Phase des Begrüßens und Ankommens gehört die erste Stunde den Familien. Die Uhrzeiten von Brückenprojekt und Sprachkurs sind so aufeinander abgestimmt, dass es zunächst eine Stunde Raum für gemeinsame Aktivitäten gibt, die von zwei pädagogischen Fachkräften angeleitet und begleitet werden. Anschließend besuchen die Eltern an zwei Tagen in der Woche den Sprachkurs und die Kinder gehen weiteren Aktivitäten nach; so wechseln sie zum Beispiel in den Bereich der Regelbetreuung.

Zentral ist ein familienzentrierter Ansatz, durch den Eltern und Kinder eingebunden werden und von dem Angebot profitieren. Dabei wird immer auch auf individuelle familiäre Bedürfnisse achtgegeben und Feinfühligkeit wird als besonders wichtig erachtet. Es geht darum, die ganze Familie ankommen zu lassen. Die Kombination aus einem Familienangebot im kleinen Kreis, dem Sprachkurs für die Eltern und der kindlichen Teilnahme am Regelangebot eröffnet in diesem Zusammenhang gute Möglichkeiten. Die Gestaltung des gemeinsamen Angebots orientiert sich an dem, was die Familien mitbringen. Spielerisch werden im kleinen Kreis mit den Familien in einem professionell aufgebauten und abgestimmten Setting Sprache und Systemstrukturen nähergebracht und Vertrauen aufgebaut. In der gemeinsamen Phase wird Sprache zum Beispiel durch Fingerspiele und Lieder kombiniert vermittelt und so für die Familie gemeinsam erlebbar. Der Sprachkurs bietet den Eltern Raum, ihren Interessen nachzugehen, während sich die Kinder in unmittelbarer Nähe befinden und sie diese gut aufgehoben wissen. Die Kinder hingegen profitieren davon, am Regelangebot zu partizipieren und dieses kennenzulernen, wodurch ein sanfter Übergang angebahnt wird. Um Transparenz auch bei einem Fachkräftewechsel herzustellen und an Aktivitäten erneut anknüpfen zu können, werden die Aktivitäten in einem Heft skizzenhaft dokumentiert.

Vernetzung und Kooperationen

Das Familienzentrum Senfkorn ist nicht nur ein Ort, an dem eine Vielzahl von Angeboten aufeinander abgestimmt wird, sondern es ist weitreichend mit anderen Stellen und Institutionen vernetzt. So geht auch die Abstimmung mit der Stadt über Aufnahmen von Familien auf bestehende Vernetzungsstrukturen zurück. Zu einer Vielzahl von bestehenden Kontakten gehört zum Beispiel die Initiative Wirtschaft und das Gesundheitsamt, was sich positiv auf die tägliche Arbeit auswirkt und Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen ermöglicht. Eine Vernetzung mit der Volkshochschule ermöglicht das Angebot in Kombination mit den Sprachkursen.

„Grenzenlos“ in Verl: ein Raum, in dem für alle Platz ist

„Grenzenlos“ in Verl: ein Raum, in dem für alle Platz ist

Droste-Haus
Schillingsweg 11
33415 Verl

Das Droste-Haus nahm seine Arbeit in den 1960er-Jahren in Verl auf und vereint heute ein breites Spektrum von Aufgabengebieten unter seinem Dach. Dazu gehört auch das Familienzentrum der Stadt Verl. Die Arbeit in Form der Brückenangebote kam 2015 neu dazu. Aktuell werden zwei Eltern-Kind-Spielgruppen angeboten, von denen eins das Angebot „Grenzenlos“ ist. Die bewusste Entscheidung für eine Eltern-Kind-Gruppe geht mit der Idee einher, dass sowohl Mütter als auch Väter in den Angeboten willkommen sind.

Kontakt zu den Familien

Die erste Kontaktaufnahme zu den Familien wurde mittels Flyern in den Unterkünften für Menschen mit Fluchterfahrung hergestellt. Durch Hausbesuche wurde und wird der Kontakt gleichzeitig aufgebaut, regelmäßig gefestigt und intensiviert. Nicht selten entsteht durch die enge Arbeit mit den Familien der Kontakt zu weiteren Familien. In dem Angebot sind etwa zehn Familien angemeldet. Sie kommen meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Die Räumlichkeiten

„Grenzenlos“ findet in ebenerdigen Räumlichkeiten in Verl statt. Diese sind in unmittelbarer Nähe zu einem Schulzentrum sowie Angeboten des täglichen Bedarfs. Die Räumlichkeiten des Angebots verfügen über einen großzügigen Raum, den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Dieser ist direkt mit dem Eingang verbunden und wird durch eine Küche sowie Sanitärräume ergänzt. Direkt neben dem Eingangsbereich befindet sich in einem Extraraum ein gezieltes Beratungsangebot.

Der Raum selbst ist in vier Abschnitte aufgeteilt: Hinter dem direkten Eingangsbereich liegt mit etwas Abstand ein großer Gruppentisch, an dem das Angebot für die Eltern stattfindet. Dahinter befindet sich in geschützter Ecke ein Tisch für Eltern-Kind-Angebote sowie mit der offenen Möglichkeit für die Kinder zu malen. Daneben befindet sich eine Kinderecke. Die Spielecke ist mit Teppichboden ausgelegt und das Spielzeug ist für die Kinder überwiegend frei zugänglich. Neben einer Kinderküchenzeile mit Inventar befinden sich dort zum Beispiel Puppen, Stofftiere, Puzzles, Spielzeugautos, Bilderbücher und Spiele.

Das Angebot

„Grenzenlos“ findet dreimal pro Woche von 8.45 bis 11.45 Uhr statt und wird durch zwei Fachkräfte betreut. Durch die Aufteilung der Fachkräfte ist eine Fachkraft primär für die Arbeit mit den Kindern und eine Fachkraft primär für die Arbeit mit den Eltern zuständig. So wird allen Bedürfnissen Raum gegeben. Die Angebotsstruktur teilt sich in miteinander abgestimmte Phasen und bietet damit eine sichere Struktur für Eltern und Kinder mit Wechseln zwischen gemeinsamen und getrennten Aktivitäten.

Die Angebotsstruktur

Den Anfang bildet eine offene Phase des Ankommens. Die Familien werden individuell begrüßt. Die Eltern finden sich gemeinsam an dem Tisch ein, während die Kinder gemäß ihren Bedürfnissen entweder die Spielecke aufsuchen oder zunächst bei ihren Eltern verweilen. Bereits unmittelbar nach dem Eintreffen orientiert sich die Arbeit mit den Eltern an deren Interessenlage: Es wird zusammen Deutsch gelernt, es findet ein Austausch statt, in dem auch alltägliche Fragen geklärt werden, und es wird gemeinsam nach Lösungen von Herausforderungen gesucht.

Nachdem alle Familien eingetroffen sind, finden sich Eltern und Kinder in der Spielecke ein und singen gemeinsam mit beiden Fachkräften ein Begrüßungslied. Anschließend wird zusammen eine Teepause gemacht und es folgt ein weiteres gemeinsames Angebot mit Kindern und Eltern (z. B. Basteln). Daran schließt sich eine letzte Phase an, in der die Kinder und Eltern wieder unter sich sind. Zum Abschluss wird jede Familie individuell verabschiedet.

Das Angebot respektiert die Bedürfnisse von Kindern und Eltern, indem es durch seine Offenheit Flexibilität ermöglicht. In der Spielecke leitet die Fachkraft kindorientierte Angebote an, die die Kinder wahrnehmen können, oder sie können frei nach Interesse spielen. Des Weiteren haben sie über den gesamten Zeitverlauf die Möglichkeit, sich frei im Raum zu bewegen. So können sie explorieren und immer wieder Kontakt zu ihren Eltern suchen, während die Eltern wissen, dass die Fachkraft ein Auge auf die Kinder hat, und sich so auf Angebote der Fachkraft einlassen können. Eltern und Kinder können jederzeit Blickkontakt zueinander herstellen und Nähe suchen, gleichzeitig schafft die klare Raumstrukturierung Transparenz für die unterschiedlichen Bereiche. Die Kinder kennen ihre Orte des Spielens und ihre Ansprechpartnerin, während die Eltern wissen, wo es Raum für die Klärung ihrer Bedürfnisse gibt.

Abseits des strukturierten Angebots wird regelmäßig etwas außerhalb der Räumlichkeiten unternommen, um auch Hilfestellung im Alltag zu ermöglichen. So wurde bereits gemeinsam eingekauft und auch ein Besuch im Park wurde unternommen. Hinzu kommt eine Kooperation mit der Bibliothek, wodurch es einen regelmäßigen Termin zum Vorlesen außerhalb der Räumlichkeiten gibt.

Vernetzung und Kooperationen

Das Familienzentrum ist nicht nur ein Ort, an dem alles unter einem Dach ist, sondern es hat durch seine langjährige Arbeit eine vielfältige Vernetzung zu weiteren Trägern und Organisationen. Beispielsweise findet dreimal pro Woche nachmittags ein offenes Sprachkaffee statt, das durch eine Kooperation von mehreren Trägern initiiert wurde. Dadurch teilt sich die organisatorische Verantwortung auf, während gleichzeitig der Kreis an Teilnehmern und Teilnehmerinnen erweitert werden kann.

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