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Integration von Kindern mit Fluchterfahrung

NRW fördert zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder aus Flüchtlingsfamilien

Die Landesregierung stellt in diesem Jahr 33,2 Millionen Euro zusätzliche Mittel für die Betreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien bereit. Um sicherzustellen, dass die Mittel von Ort zielgenau eingesetzt werden können, wurde im intensiven Dialog mit den Kommunen und Vertretern der freien Wohlfahrtspflege und den Kirchen erörtert, mit welchen Maßnahmen angemessen und vor allem zugeschnitten auf die Bedarfe vor Ort geholfen werden kann.

Da die betroffenen Kinder vor dem Hintergrund ihrer oftmals belastenden Erfahrungen, aufgrund von Sprachbarrieren und wegen elterlicher Bedenken nicht immer sofort ein Regelangebot in einer Kita oder in Kindertagespflege besuchen, besteht gerade für die ersten Monate oft ein Sonderbedarf.

Deshalb fördert Nordrhein-Westfalen sogenannte Brückenprojekte mit dem Sonderprogramm „Kinderbetreuung in besonderen Fällen“. Hierbei handelt es sich um niedrigschwellige Betreuungsangebote, die Kinder und ihre Eltern an institutionalisierte Formen der Kindertagesbetreuung heranführen und in denen die Kinder bereits während dieser Zeit gezielt und nach ihren spezifischen Bedürfnissen gefördert werden, wie zum Beispiel pädagogisch begleitete Spielgruppen oder Eltern-Kind-Gruppen.

Entsprechende Projektanträge können von anerkannten Trägern der freien und öffentlichen Jugendhilfe über die örtlichen Jugendämter an die Landesjugendämter gestellt werden.

Hier finden Sie die Fördergrundsätze zur Vergabe von Projektmitteln zur Kinderbetreuung in besonderen Fällen zum Download:

Grundsätze und Antragsverfahren zur Vergabe von Projektmitteln zur Kinderbetreuung in besonderen Fällen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien und vergleichbaren Lebenslagen (PDF, 98 KB)

Weitere Informationen sowie die entsprechenden Antragsformulare finden Sie auf den Seiten der Landesjugendämter:

Neue Elternbroschüre informiert in zwölf Sprachen

Die Elternbroschüre „Willkommen in der Kita!“ lädt zugewanderte Eltern dazu ein, ihre Kinder in einer Kita anzumelden und so schon früh von den Bildungsangeboten in Nordrhein-Westfalen zu profitieren.

Die Informationen umfassen Kurzbeschreibungen

  • zur Arbeit der Kindertageseinrichtungen,
  • zum Anmeldeverfahren in der Kindertageseinrichtung,
  • zu den Angeboten der Kindertageseinrichtung,
  • zur Rolle der Eltern und
  • den Hinweis auf den Kita-Finder.

Die Broschüre steht als Gesamtbroschüre sowie in den Einzelsprachen Deutsch, Arabisch, Dari, Farsi, Englisch, Paschto, Russisch, Sorani, Albanisch, Tigrinisch und Urdu zum Download bereit.

Filmgestützte Informationen zur gesundheitlichen Versorgung

An wen wenden Sie sich, wenn Sie krank sind? Wer hilft bei Schwangerschaft und Geburt? Und was können Sie tun, um gesund zu bleiben? Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) informiert mit sieben kurzen Filmen über wichtige Fragen zu Gesundheit und Krankenversorgung in Deutschland.

Die Filme wollen es zugewanderten Menschen leichter machen, sich über unser Gesundheitswesen, die medizinische Versorgung und Präventionsangebote zu informieren. Die fremdsprachigen Informationen leisten einen wichtigen Beitrag zur gleichberechtigten Versorgung zugewanderter Menschen.

Die Informationsfilme können auf der mehrsprachigen Internetseite www.drk-gesundheitsfilme.de angesehen und auch kostenfrei heruntergeladen werden. Sie sind in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Sorani (Kurdisch) verfügbar und informieren zu den Themen:

  • Gesundheitssystem
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Schutz vor Infektionen
  • Psychische Gesundheit
  • Kindergesundheit
  • Gesunde Zähne
  • Krebsvorsorge
Steckbriefe zu Sprachen und Bildungssystemen einiger Herkunftsländer

Familien mit Fluchterfahrung sprechen unterschiedliche Sprachen und bringen verschiedene Bildungsbiographien aus unterschiedlichen Bildungssystemen mit. Die vorliegenden Steckbriefe sollen pädagogischen Fachkräften erste Informationen über mögliche Herkunftsländer und Familiensprachen bieten, um Familien gezielt beim Ankommen im deutschen Bildungssystem unterstützen zu können.

NRW-Kita-Beratungstelefon für Fachberatungen und pädagogische Fachkräfte

Um die Arbeit in der Kita zu unterstützen und Kindern gute Bildung und Betreuung sowie die bestmöglichen Bedingungen zur Integration zu ermöglichen, bietet das Kinder- und Jugendministerium NRW in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum ein Beratungstelefon für Fachberatungen und pädagogische Fachkräfte an.
 

Telefonnummer 0234 3223575
Montag 10.00 – 13.00 Uhr
Donnerstag 13.00 – 16.00 Uhr
Freitag 10.00 – 13.00 Uhr

 
 

Fachtage „Willkommen in NRW“

Im Dezember 2015 und Januar 2016 fanden in Düsseldorf, Gelsenkirchen und Bielefeld drei Fachtage zum Thema „Fördern und integrieren – Kindertageseinrichtungen und Brückenangebote machen sich stark für geflüchtete Kinder und ihre Familien“ in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund e.V. statt. Die Veranstaltungen richteten sich an pädagogische Fachkräfte aus der Frühpädagogik, Jugendämter, Träger von Kindertageseinrichtungen und Verantwortliche aus den sogenannten Brückenprojekten für Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft und des Kinder- und Jugendministeriums diskutierten die jeweils rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die mit der Aufnahme von Kindern aus Flüchtlingsfamilien in die Kitas verbundenen Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe vor Ort.

Das Kinder- und Jugendministerium bedankt sich bei allen Anwesenden für ihre Teilnahme und die konstruktive Mitarbeit in den Veranstaltungen. Wir haben viele Anregungen mitgenommen, deren Umsetzung derzeit geprüft wird.

Die Veranstaltungen wurden in einem Film dokumentiert.

„Kinder mit Fluchterfahrung in Kindertageseinrichtungen“

 

Fachbeitrag von Prof. Dr. Birgit Leyendecker – „Trauma und Resilienz“

 

Impulsreferat von Prof. Dr. Timm Albers – „Kinder mit Fluchterfahrung“

Fortbildungsangebote

Auf der Website des Familienzentrums NRW finden Sie eine Zusammenstellung zahlreicher Fortbildungsangebote unterschiedlicher Anbieter.

Brückenprojekt: Mobile Kita in Gelsenkirchen

Mobiles Betreuungsangebot für Flüchtlingskinder im Stadtteil – ein Ort zum unbekümmerten Spielen, Singen und Lachen
Die Kleinsten unter den Flüchtlingskindern sollen in Nordrhein-Westfalen schnell die Möglichkeit erhalten, in die Kita zu gehen und von den frühpädagogischen Bildungs- und Betreuungsangeboten zu profitieren. Das Kinder- und Jugendministerium unterstützt die Kinder und ihre Familien unter anderem durch die Förderung von sogenannten Brückenprojekten. Diese sollen den spielerischen Erwerb der deutschen Sprache sowie den Übergang in eine reguläre Kindertageseinrichtung erleichtern. Neben Eltern-Kind- oder Spielgruppen werden dabei zum Beispiel auch mobile Kindertagesstätten unterstützt. Ein schönes Beispiel für ein erfolgreiches Brückenprojekt ist die Mobile Kita (MoKi) in Gelsenkirchen.


Bildquelle: GeKitaUnterwegs im Stadtviertel

In Gelsenkirchen wird schon seit Längerem eine Willkommenskultur für Kinder aus Zuwandererfamilien gepflegt. Um seinerzeit die Integration von Familien aus Rumänien und Bulgarien zu fördern, hat die Stadt ein Handlungskonzept zur „Zuwanderung im Rahmen der EU-Ost Erweiterung“ entwickelt, aus der 2014 die Idee der Mobilen Kita, kurz „MoKi“ genannt, entstand.

Was anfangs noch als verrückte Idee belächelt wurde, nahm schnell Gestalt an: Ein alter Wohnwagen wurde mit viel Herzblut umgebaut und mit Spielmaterial ausgestattet. So ging das Experiment einer mobilen Tagesstätte los. Ein Fahrer, zwei Erzieherinnen und eine sozialpädagogische Fachkraft machten sich mit viel Enthusiasmus auf den Weg in prekäre Gelsenkirchener Stadtviertel. Dort wurden sie überwältigt von der positiven Resonanz.

Die Mobile Kita kommt an
Keine Spur von Hemmschwellen oder Sprachbarrieren: Die Mobile Kita sprach sich schneller herum als gedacht und schon am zweiten Tag kamen doppelt so viele neugierige Kinder, die im Kindergarten auf vier Rädern mitspielen wollten. Auch von den Eltern wurde die Mobile Kita von Beginn an sehr gut angenommen. Vor allem den Müttern bietet das Angebot einen sicheren Ort, wo sie Fragen stellen und Hilfe suchen können, aber auch einfach nur Kontakte knüpfen oder einen Kaffee trinken können.

Inzwischen ist zum alten Wohnwagen dank großzügiger Spenden ein zweites Wohnmobil hinzugekommen. So können montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr jeweils zwei Standorte in Gelsenkirchen angefahren werden. Das Betreuungsteam ist auf insgesamt elf Fachkräfte mit interkulturellem Hintergrund angewachsen. Darunter sind zum Beispiel eine Erzieherin aus Rumänien und dem Irak und eine Kinderpflegerin aus Syrien.

„Die muttersprachlichen Kenntnisse des Betreuungsteams erleichtern zwar in speziellen Situationen den Zugang zu den Kindern, aber die Gemeinschaftssprache ist natürlich Deutsch“, betont Yvonne Bakenecker als Fachberaterin des Projektes „Zuwanderung EU-Ost und Flüchtlingskinder“ in Gelsenkirchen. So wurde auch der Sprachkurs „Mama lernt Deutsch in der Mobilen Kita“ initiiert, um den Müttern einen Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen. Während die Kinder von Fachkräften der Mobilen Kita betreut werden, lernen die Mütter den alltagsorientierten Gebrauch der deutschen Sprache, um zum Beispiel eine Verständigung mit dem Kinderarzt zu erleichtern.

„Natürlich haben wir von unseren Erfahrungen profitiert, als 2015 verstärkt auch Flüchtlingskinder aus den Kriegs- und Krisengebieten in die Mobile Kita kamen“, erklärt Bakenecker, die das Projekt von Beginn an begleitet. „Aber zuallererst sind es Kinder wie alle anderen auch. Jedes einzelne Kind hat seine persönliche Geschichte im Rucksack und wir haben die Aufgabe, uns den Inhalt anzuschauen und diesen Rucksack neu zu befüllen.“ Um das Ankommen in Gelsenkirchen zu erleichtern, bietet die Mobile Kita vor allem einen sicheren Schutzraum, an dem die Kinder unbeschwert spielen, basteln und lachen können. Besonders das gemeinsame Singen, erzählt Yvonne Bakenecker, ist bei den Kindern sehr beliebt.

Durchschnittlich je 25 Kinder zwischen drei und sechs Jahren pro Standort besuchen täglich die beiden mobilen Betreuungsangebote. Jedes Kind ist willkommen, die Nationalitäten inzwischen bunt gemischt. Und im Nachmittagsbereich kommen oft auch Geschwisterkinder hinzu. In den Stadtteilen, in denen die Mobile Kita präsent ist, finden nachmittags zusätzlich Spielgruppen in den städtischen Kindertageseinrichtungen statt. So können sich Kinder wie Eltern außerhalb regulärer Kita-Öffnungszeiten langsam mit der neuen Umgebung vertraut machen.

Das Konzept geht auf
In der Mobilen Kita gibt es keine Anmeldung, keine verbindlichen Bring- und Abholzeiten und keine Gebühren. Die Kinder spielen gemeinsam, erlernen die deutsche Sprache und gewöhnen sich an einen geregelten Tagesablauf. Die Mobile Kita schafft so erfolgreich eine Brücke zwischen den Kulturen. Durch die behutsame Heranführung der zugewanderten Kinder an das hiesige Betreuungssystem kann wichtiges Vertrauen, auch auf Elternseite, aufgebaut werden. Lieder, Fantasiespiele, Memory oder Spiele wie Hocus und Lotus fördern die Sprachentwicklung und bereiten die Eingewöhnung in die reguläre Kita mit ihren festgelegten Strukturen vor. 160 „MoKi-Kinder“ besuchen mittlerweile Spielgruppen in Kindergärten, 67 wurden in regulären Kitas angemeldet. Erst im August 2015 haben wieder 15 Kinder erfolgreich in eine örtliche Kindertageseinrichtung gewechselt.

Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und aus Mitteln der Stadt Gelsenkirchen, des Jobcenters und aus Spenden finanziert.

Kontakt GeKita – Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung
Yvonne Bakenecker
Wildenbruchplatz 7
45875 Gelsenkirchen
E-Mail: yvonne.bakenecker@gekita.de

Good-Practice-Beispiele für Brückenprojekte

Weitere Beispiele für gelungene Brückenprojekte finden Sie hier.

Mit frühpädagogischen Angeboten wollen Brückenprojekte Kindern und Familien mit Fluchterfahrung den Weg in die erste Bildungseinrichtung Kita erleichtern. Aus den ersten Erfahrungen umgesetzter Brückenprojekte sind Empfehlungen für Strukturierungshilfen und Lösungsansätze für die besonderen Herausforderungen abgeleitet worden. Fachkräfte finden nachstehend die zusammengefassten Ergebnisse.

Kontakt

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Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Haroldstraße 4
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Tel.: +49(0)211 837-02
Fax: +49(0)211 837-2200
E-Mail: kita.nrw@mkffi.nrw.de