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Frühkindliche Bildung

Bildungsförderung im Elementarbereich

Die Neufassung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) legt die Grundlage für eine Stärkung des Bildungsauftrages durch die Förderung der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung. Ziel der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es, die Bildungschancen und die Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder zu verbessern.

 

Bildungsverständnis

Mit der Revision des Kinderbildungsgesetzes, die am 1. August 2014 in Kraft getreten ist, werden der Bildungsbegriff und das Bildungsverständnis konkretisiert und gesetzlich definiert. Das Bildungsverständnis stellt das einzelne Kind mit seinen Stärken und seiner Persönlichkeitsentwicklung in den Mittelpunkt. Die gemeinsame Bildung und Erziehung aller Kinder wird verbunden mit individueller Förderung und Hilfe im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses, der den gesamten Zeitraum der Kindertagesbetreuung umfasst und von regelmäßiger und alltagsintegrierter Beobachtung und Dokumentation begleitet wird. Die Neufassung des § 13 KiBiz enthält dazu unter anderem Ausführungen zum pädagogischen Auftrag und zur Haltung des pädagogischen Personals gegenüber dem Kind sowie zur alters- und entwicklungsgerechten Beteiligung der Kinder an der Gestaltung des Alltags in der Kindertagesbetreuung. Paragrafen zur Stärkung des Bildungsauftrages sind vor allem §§ 13, 13a, 13b, 13c.

 

Mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder

Ausbau und Qualität müssen Hand in Hand gehen, wenn wir in Nordrhein-Westfalen für alle Kinder mehr Chancengerechtigkeit schaffen wollen. Die Landesregierung forciert daher mit der Reform sowohl den quantitativen als auch den qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung. Darüber hinaus leistet das Land mit zusätzlichen Mitteln für besondere Bedarfe einen weiteren Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit. Ungleiches soll auch ungleich behandelt werden, um der inakzeptablen Abhängigkeit individueller Bildungschancen von sozialer Herkunft entgegenzuwirken. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln werden die pädagogische Arbeit gestärkt und das pädagogische Personal entlastet:

  • Zur Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit und der Sprachförderung werden Landeszuschüsse für Einrichtungen mit besonderem Unterstützungsbedarf (plusKITAs) und für zusätzlichen Sprachförderbedarf bereit gestellt.
  • Um den Fachkräften mehr Zeit für die pädagogische Arbeit zu ermöglichen, erhalten alle Kindertageseinrichtungen eine Verfügungspauschale.
  • Schon seit 2011 werden die Kindertageseinrichtungen mit einer zusätzlichen U3-Pauschale für zusätzliches Personal bei der U3-Betreuung entlastet.
Bildungsgrundsätze

Titel der Broschüre „Bildungsgrundsätze“Bildung ist ein wichtiger Schlüssel für eine erfüllende und erfolgreiche Lebensbiografie. Mit den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren liegt ein Leitfaden vor, der pädagogische Fach- und Lehrkräfte im Elementar- und Primarbereich in Nordrhein-Westfalen bei ihrer täglichen Arbeit begleitet und unterstützt.

Die Grundsätze bilden ein gemeinsames Bildungs- und Erziehungsverständnis im Elementar- und Primarbereich ab.

Im Mittelpunkt der Bildungsgrundsätze stehen dabei die Kinder mit ihrer einzigartigen Individualität. Die pädagogischen Grundlagen vermitteln das Bild vom Kind, das Verständnis von Bildung sowie die Ziele für die Bildung, Erziehung und Betreuung in den ersten Lebensjahren. Weitere Kapitel der Bildungsgrundsätze beschäftigen sich mit der Anregung, Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen sowie der Ausgestaltung von Bildung in den 10 Bildungsbereichen.

Ein barrierefreies Leseexemplar finden Sie nachstehend zum Download.

Der Bildungskoffer

Neues Praxismaterial für den Elementarbereich zu den Bildungsgrundsätzen in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind die Kernpunkte für die frühkindliche Bildung in den Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren festgehalten. Dabei handelt es sich um zentrale Grundlagen für die pädagogische Arbeit, die damit auch in hohem Maße zur pädagogischen Qualität von Bildungseinrichtungen beitragen. Im Jahr 2016 wurden die Bildungsgrundätze in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht und jeder Kindertageseinrichtung zugesandt. Ziel war es, den pädagogischen Teams einen Leitfaden mit Anregungen für ihre pädagogische Arbeit in den Einrichtungen an die Hand zu geben.

Seitdem ist einiges passiert: Die Teams vieler Einrichtungen haben sich bereits intensiv mit den Bildungsgrundsätzen auseinandergesetzt und wichtige Schritte für ihre eigene Arbeit abgeleitet.

Das MKFFI hat nun Praxismaterialien in Form eines Bildungskoffers entwickelt, die einen Impuls zur weiterführenden Auseinandersetzung mit den Bildungsgrundsätzen geben sowie zur Reflexion des pädagogischen Handelns anregen.

Der Bildungskoffer enthält:

  • ein Poster zur Visualisierung der Bildungsgrundsätze auf einen Blick.
  • Arbeitskarten zu den Bildungsbereichen und ausgewählten Querschnittsthemen zur Auseinandersetzung mit den Bildungsmöglichkeiten in den Kitas.
  • Reflexionskarten zur Beschäftigung mit der eigenen Haltung und Bildungsbiografie und
  • ein Begleitheft mit Erläuterungen und Vorschlägen zum Einsatz des Materials.

Mit einem persönlichen Schreiben von Kinder- und Jugendminister Dr. Joachim Stamp wurde in den letzten Wochen jeder der rund 10.000 Kindertageseinrichtungen in NRW ein Bildungskoffer zugeschickt. Ebenso erhalten die Fachberatungen der Jugendämter und freien Träger sowie die Fachschulen für die Erzieherausbildung Exemplare.

Das in Kindertageseinrichtungen in NRW praxiserprobte Material kann flexibel für Teamsitzungen, Fortbildungen, zur Selbstreflexion oder in der Zusammenarbeit mit Eltern genutzt werden. Der Bildungskoffer soll die pädagogischen Teams unterstützen, die Bildungsgrundsätze sichtbar und begreifbar zu machen. Daneben verdeutlichen sie auch gegenüber Eltern, dass bereits in der Kita ein wichtiger Grundstein für die Bildungsbiographie ihres Kindes gelegt wird.

Kontakt

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