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Medienbildung

Digitale Medien in der frühkindlichen Bildung

Kinder haben heute immer früher Zugang zu digitalen Medien. Sie sind als Teil der Lebenswirklichkeit von Kindern und Familien auch aus dem pädagogischen Alltag von Kitas nicht mehr wegzudenken. Der Einsatz und der Erwerb von Medienkompetenz ist bereits in der frühen Kindheit eine bedeutende Bildungsaufgabe und daher auch als Teil des Bildungsauftrags in den Bildungsgrundsätzen des Landes verankert. 

Modellprojekt

Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI) das Modellprojekt „Digitale Medien in der frühkindlichen Bildung - Medienbildung in der Kita“ durchgeführt, bei dem ausgewählte Kindertageseinrichtungen und Familienzentren in der Emscher-Lippe-Region den Einsatz von digitalen Medien im Kita-Alltag erprobt haben. Die Kindertageseinrichtungen wurden während des Projektzeitraums (von März 2017 bis Ende Februar 2019) medienpädagogisch und wissenschaftlich begleitet sowie im Bedarfsfall bei technischen Fragen und Problemen unterstützt. Vorrangiges Ziel des Modellprojektes war die Entwicklung qualitätsvoller medienpädagogischer Arbeit in der Kindertagesbetreuung.

Die vom Institut für soziale Arbeit e.V. und dem Verein für Medien- und Kommunikation Blickwechsel e.V. erarbeitete Handreichung präsentiert die Ergebnisse aus dem zweijährigen Modellprojekt des MKFFI. Sie gibt Anregungen dazu, wie Medienbildung in der Einrichtung zum Thema gemacht und mit Kindern erlebt werden kann; welche Rolle Medienbildung in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern spielt und wie ein reflexiver und sicherer Umgang gestaltet werden kann. Die Handreichung bietet neben Praxisbeispielen aus den am Projekt teilnehmenden Kindertageseinrichtungen eine Reihe von Arbeitsmaterialien und präsentiert gleichfalls Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung durch die Universität zu Köln.

Chancen und Risiken von Mediennutzung in der frühkindlichen Sprachbildung

Angesichts des aktuellen technischen Fortschritts stellt sich immer häufiger die Frage, inwiefern die Nutzung (digitaler) Medien die kindliche Entwicklung beeinflusst, insbesondere in Bezug auf den Spracherwerb. Dabei tritt häufig die Befürchtung auf, dass sich ein hoher Medienkonsum negativ auf die kindliche (Sprach-) entwicklung von Kindern auswirkt. Tatsächlich bieten digitale Medien durchaus Chancen zur Nutzung für die frühkindliche Sprachbildung, aber sie beinhalten auch Gefahren. 

Häufig sind Kinder fasziniert von Medien. Wie selbstverständlich beherrschen sie den Umgang mit Tablets, PC, Fernsehen und Smartphones. Der Umgang mit Medien bietet diverse Sprachanlässe, beispielsweise wollen die Kinder Gesehenes erzählen oder spielen Geschichten ihrer Lieblingshelden nach. Beim Fernsehkonsum ist es allerdings besonders wichtig, dass den Kindern eine teilnehmende Auseinandersetzung mit dem Gesehenen ermöglicht wird, dass sie also zum Mitmachen (z.B. zum Mitsingen) aufgefordert werden. 

Auch Apps und Software können zur Sprachbildung eingesetzt werden. Beispielsweise empfiehlt die Stiftung Lesen Kinderbuch-Apps und interaktive Geschichten, die in Kombination mit Büchern verwendet werden können: https://www.stiftunglesen.de/leseempfehlungen/digitales/digitale_empfehl...

Generell ist zu beachten: Kinder lernen Sprache durch Interaktion mit (echten) Gesprächspartnern, sie müssen sich aktiv beteiligen und benötigen eine Rückmeldung von ihrem Gegenüber. Dies kann nicht allein durch einen Bildschirm gelingen. Medien sind daher lediglich als Ergänzung zu anderen Sprachbildungsmaßnahmen und hauptsächlich zur Schaffung von Sprachanlässen zu sehen. Dabei sollte vor allem auf einen dosierten Umgang mit Medien geachtet werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt hier für unter Dreijährige möglichst keinen Konsum von Bildschirmmedien, für über Dreijährige maximal 30 Minuten täglich in Begleitung eines Erwachsenen.

Entscheidend bei der Mediennutzung zur Sprachbildung ist also die Begleitung durch Erwachsene, die zum einen bewusst die Auswahl treffen und die Passung zum Entwicklungsstand des Kindes sicherstellen müssen und zum anderen eine aktive sprachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten anregen können.

Eine Zusammenfassung zu Medien und Sprachbildung findet sich auch auf dem Medienkompetenzportal NRW: http://www.medienkompetenzportal-nrw.de/themen-dossiers/kinder-medien-sp...

Die Landesanstalt für Medien NRW und die Kommunalen Integrationszentren haben gemeinsam zwei Publikationen entwickelt, die praktische Tipps und Aktivitäten für die Kombination von Medien und Sprachbildung für Eltern (1) und pädagogische Fachkräfte (2) enthalten. 

(1) LfM/KI. (2016). Kinder – Medien – Sprache. Medienpädagogische Aktivitäten zur Sprachbildung für Eltern mit ihren Vorschulkindern. Online abrufbar unter:
http://lfmpublikationen.lfm-nrw.de/index.php?view=product_detail&product...

(2) LfM/KI. (2015). Alltagsintegrierte Sprachbildung in Kindertageseinrichtungen. Handreichung mit Aktivitäten für die Praxis. Online abrufbar unter:
http://lfmpublikationen.lfm-nrw.de/index.php?view=product_detail&product...

Informationen zur Medienbildung und zum Projekt „#familie - Digitale Medien als Mitgestalter des Familienalltags“ der Landesarbeitsgemeinschaften der Familienbildung in NRW.

Für Eltern: 

Für Fachkräfte: 

Das DJI bietet eine Datenbank mit Apps für Kinder allgemein: