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Impulskarten

Impulskarten für niedrigschwellige pädagogische Angebote (Brückenprojekte)

Angelehnt an die "Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren" sind doppelseitig bedruckte Impulskarten zu ausgewählten Bildungsbereichen zur Unterstützung der pädagogischen Praxis in den Brückenprojekten entwickelt worden. Die Auswahl der Bildungsbereiche bezieht sich vor allem auf die niedrigschwellige Umsetzbarkeit bzw. Praktikabilität innerhalb der unterschiedlichen Angebotsformen der Brückenprojekte.

Die Impulskarten geben niedrigschwellige Spiel- und Materialimpulse, Ideen zur Raumgestaltung und einen zusammenfassenden Informationstext. Die Karten sind wie Registerkarten angelegt. Die hervorgehobenen Register zeigen immer an, für welche Angebotsform sich die Impulse besonders eignen und können dementsprechend ausgewählt werden. Jedoch ist es auch möglich, sich bei den Impulskarten der anderen Angebotsformen Anregungen zu holen und diese dann auf die individuelle Situation vor Ort anzupassen. Bei den Karten, wo alle Register bzw. Angebotsformen hervorgehoben sind, handelt es sich um Impulse, die nicht angebotsspezifisch sind.

Es bietet sich an, die Impulskarten beidseitig auszudrucken, zu laminieren und eventuell in einem Schuber zugänglich im Raum bereitzustellen, um jederzeit auf die Impulse während des pädagogischen Angebots zurückgreifen zu können.

Berücksichtigung der Bildungsgrundsätze

Die pädagogischen (Fach-)Kräfte erhalten Anregungen zur Gestaltung einer ganzheitlichen Bildung und Förderung in folgenden Bildungsbereichen:

Mathematische Bildung

  • Mathematik im Alltag erleben: Ordnen, Vergleichen und Klassifizieren, Erkennen von Formen, Zahlen & Mustern, Zeit erleben, Messen & Wiegen, Erfahrungen mit Geld
  • Spaß am Entdecken, Erforschen & Lösen kniffliger Probleme und Rätsel
Bewegung
  • sich, seine Fähigkeiten und seine Umwelt erforschen
  • anregende Umgebung gestalten, die zum gemeinsamen Entdecken einlädt
  • Befähigung zur selbstständigen Fortbewegung, eigene körperliche Grenzen und die anderer wahrnehmen und akzeptieren lernen
Musisch-ästhetische Bildung
  • Förderung von Wahrnehmungs-, Erkenntnis- und Selbstbildungsprozessen, da Kinder sich so ihre Umwelt aneignen
  • Vielfältige Sinneserfahrungen und Ausdrucksformen gewinnen immer mehr an Bedeutung
  • Wichtige Bereiche: Gestalten und Musik
Naturwissenschaftlich-technische Bildung
  • Gemeinsames Beobachten, Ausprobieren, Entwickeln und Forschen im Alltag und anhand von Alltagsphänomenen
  • Keine Vorwegnahme von Lösungswegen, sondern gemeinsames Auseinandersetzen mit Problemstellungen und Forschen nach einer Lösung
Sprache und Kommunikation (Schwerpunkt Literacy)
  • Förderung eines Umgangs mit (Bilder-)Büchern, Geschichten, Erzählungen sowie Reimen und Liedern in mündlicher und schriftlicher Form
  • Entwicklung im Wortschatzaufbau, Grammatik & sprachlichem Ausdruck
Übergreifende Themenfelder

Zusätzlich werden zwei übergreifende Karten angeboten, die für alle Angebotsformen gleichermaßen Impulse geben.

Die Karte „Vielfalt“ gibt Anregungen, wie das gemeinsame Erleben und Herausstellen von Individualitäten eines jeden einzelnen Menschen und den damit verbundenen individuellen Ressourcen, Fähigkeiten und Stärken in den pädagogischen Angeboten unterstützt werden kann.

Die Karte „Reflexion“ bündelt Fragen, die die pädagogischen (Fach)Kräfte heranziehen können, um ihre eigene pädagogische Praxis zu hinterfragen. Die Reflexionsfragen beziehen sich auf eine allgemeine pädagogische Praxis, die Raumgestaltung, die Spielanregungen und das eingesetzte Material in den Angeboten.

Es bietet sich an, diese beiden Karten regelmäßig bei Teamsitzungen oder auch für sich alleine heranzuziehen, um systematisch über die Gestaltung des pädagogischen Angebotes zu diskutieren und darauf aufbauend, zum Beispiel mit den themenspezifischen Impulskarten, einen Entwicklungsprozess der pädagogischen Arbeit anzustoßen.

Berücksichtigte Angebotsformen der Brückenprojekte

Je nach Angebotsform wurden aufgrund der Altersstruktur oder der Rahmenbedingungen vor Ort unterschiedliche Bildungsbereiche schwerpunkmäßig berücksichtigt. Querschnittsthemen über alle Formen sind die Bereiche „Sprache und Kommunikation“ mit dem Schwerpunkt Literacyerfahrung, „Musisch-ästhetische Bildung“ sowie „Naturwissenschaftlich-technische Bildung“. Die Bereiche „Bewegung“ und „Mathematische Bildung“ wurden spezifisch je nach Angebotsform aufbereitet. Für folgende Angebotsformen der Brückenprojekte sind individuell angepasste Impulskarten entwickelt worden:

Eltern-Kind-Angebote

Die Impulskarten für die Eltern-Kind-Angebote berücksichtigen Angebote, die meist jede Woche am gleichen Wochentag, zur selben Uhrzeit und am selben Ort für wenige Stunden stattfinden und oftmals nur für ein halbes Jahr angeboten werden. Der Fokus dieser Angebote liegt auf der Interaktion zwischen Eltern und Kind und dem gemeinsamen Erleben von Spielangeboten. Somit können Familien im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern unterstützt werden und erhalten Impulse für Spielideen. Darüber hinaus entsteht so häufig Kontakt zu anderen Familien.

Tagespflege

Die Impulskarten für die Tagespflege richten sich an eine gleichbleibende Kleingruppe von wenigen Kindern im Alter zwischen 0 und 3 Jahren, die bis zu mehrmals die Woche je den halben oder ganzen Tag in der Betreuung bleiben. Meist sind die Angebote langfristig angelegt (mind. 1 Jahr).

Mobile Angebote

Die Impulskarten für die mobilen Angebote sind so angelegt, dass sie Spielangebote an immer wechselnden Orten berücksichtigen. Dies können beispielsweise umgebaute Busse oder Kleintransporter sein, die an oft wechselnden Orten für interessierte Kinder Spielanregungen bieten. Damit richtet sich das Angebot häufig an eine Großgruppe von wechselnden Kindern, die dort kurzzeitig (wenige Stunden) ohne Eltern spielen können. Meist ist dies ein freies Angebot, zu dem (meist) jederzeit Kinder dazustoßen oder das Angebot verlassen können.

Spielgruppen

Die Impulskarten für die Spielgruppen richten sich an eine eher gleichbleibende Gruppe von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren. Diese Angebotsform wird ohne Eltern angeboten. Meist ist dies eine kurzzeitige Betreuung von wenigen Stunden, die aber regelmäßig wiederkehrend an einem fest installierten Tag in der Woche, immer zur gleichen Uhrzeit und am gleichen Ort stattfindet (teilweise auch mehrmals die Woche oder sogar täglich).

Die Impulskarten ergänzen die Praxismaterialien zu den Bildungsgrundsätzen (Bildungskoffer). Sie sind primär für niedrigschwellige additive Angebote, wie die Brückenprojekte gedacht, können aber auch für andere pädagogische Angebote herangezogen werden. Wenn Sie sich noch vertiefter mit der Umsetzung der Bildungsgrundsätze auseinandersetzen wollen, finden Sie vielfältige Anregungen in den Materialien des Bildungskoffers