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„Stepke-Kitas“-Brückenprojekt: Mobile Kita Köln

„Stepke-Kitas“-Brückenprojekt: Mobile Kita Köln

Mobile Kita an der Flüchtlingsunterkunft Eygelshovener Straße
Eygelshovener Straße 33
50999 Köln

Bei dem Brückenprojekt „Mobile Kita Köln“, dessen Träger „Stepke-Kitas“ ist, handelt es sich um ein Angebot, das seit November 2016 täglich auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft Eygelshovener Straße in Köln für Kinder aus der anliegenden Unterkunft stattfindet. Hierfür steht vom Träger ein extra für die Bedürfnisse der Kinder liebevoll hergerichteter Bus zur Verfügung, in dem zwei Betreuerinnen eine Angebotsstruktur für die Kinder schaffen, die auf den Übergang in die Regelversorgung vorbereiten soll.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird größtenteils über den sozialen Dienst – in diesem Fall die Diakonie – hergestellt. Aber auch über die Flüchtlingsunterkunft Eygelshovener Straße selbst und über die dort ausliegenden Informationsschreiben werden Familien auf das Angebot aufmerksam gemacht. Aufgrund der direkten Anbindung an die Unterkunft können Kinder allein oder mit ihren Eltern zu Fuß sofort zum mobilen Angebot gelangen. Das Brückenprojekt bietet 15 Plätze für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren.

Die Räumlichkeiten

Der Bus der mobilen Kita befindet sich auf dem Parkplatz der Flüchtlingsunterkunft Eygelshovener Straße. Die Sanitäranlagen der Unterkunft können mitbenutzt werden. Im Bus wurde der zur Verfügung stehende Raum optimal ausgenutzt und gestaltet: In der einen Ecke befindet sich eine Sitzecke mit Tisch und Bänken, in der die Kinder mit den Betreuerinnen beim Spielen oder Basteln in Interaktion treten können. Der restliche Platz ist mit Teppichboden ausgelegt und dient als Spielecke oder Raum für gemeinsame pädagogische Maßnahmen wie einen Singkreis. Spielzeug ist für die Kinder frei zugänglich aufbewahrt. Der Außenbereich der Flüchtlingsunterkunft kann mitsamt seinem Spielplatz ebenfalls mitgenutzt werden.

Das Angebot

Das Angebot findet fünfmal wöchentlich, von Montag bis Freitag in der Zeit von 8:30 bis 16:30 Uhr, statt. Eine Unterbrechung für eine Mittagspause ist von 12:00 bis 13:00 Uhr eingeplant. Das Brückenprojekt wird vor Ort von drei Betreuerinnen durchgeführt, die als Voraussetzung Erzieherin, Kinderpflegerin oder Tagespflegerin sein müssen. Sie arbeiten Hand in Hand und schaffen gemeinsam eine spürbar positive und außerordentlich wertschätzende Atmosphäre für die Kinder im Projekt. Es handelt sich um ein offenes Angebot für Kinder mit Fluchterfahrungen, die noch nicht in die Regelversorgung eingegliedert sind. Das Vermitteln deutscher Werte und Kultur wird hier als besonders wichtig betont sowie grundsätzliche Sprach-, künstlerische und quantitative Fähigkeiten und Fertigkeiten, um einen späteren Übergang in die Regelversorgung so angenehm wie möglich zu machen. Dieses Ziel wird auch durch die gute Zusammenarbeit mit zum Teil ehrenamtlichen Helfern/Übersetzern aus der Flüchtlingsunterkunft unterstützt, wenn Verständigungsschwierigkeiten auftreten.

Die Angebotsstruktur

Zunächst beginnt eine offene Phase des Ankommens, in der jedes Kind individuell begrüßt wird und sich seine Aktivität im Freispiel selber aussucht. Das Freispiel setzt sich fort, wobei die Betreuerinnen flexibel auf die Gruppenzusammensetzung reagieren und mal im Spiel mit einzelnen involviert sind, mal als Ansprechpartnerinnen oder Hilfestellerinnnen bei der Beschäftigungssuche fungieren. Je nach Wetter findet dann eine Phase des Nach-draußen-Gehens statt, in der die Kinder sich beim Herumtoben oder Spielen auslassen können. Die Betreuerinnen überlegen sich für jeden Tag eine besondere Aktion am Vormittag und Nachmittag, die spielerischen, sprachlichen oder künstlerischen Anspruch haben soll. So werden bei warmem Wetter schon mal ein Wasserschlauch oder Wasserpistolen zum Herumspritzen herangezogen. Um 11:45 Uhr findet, zurück im Bus, ein Singkreis vor der Mittagspause statt. Das Nachmittagsangebot wurde nicht mehr beobachtet. Insgesamt werden in die verschiedenen Phasen unterschiedliche Elemente und pädagogische Maßnahmen eingebaut. So wird besonders Rücksicht auf das Fördern des Mengenverständnisses genommen sowie auf die deutsche Sprachförderung. Hierzu werden gemeinsam Bücher gelesen oder Spiele wie Memory gespielt, bei denen die Kinder neue Begriffe lernen und in ständigem sprachlichem Austausch mit den Betreuerinnen stehen. Auch das Formverständnis soll gefördert werden, indem zum Beispiel verschieden geformte Holzklötze, die die Kinder richtig zuordnen sollen, in ein Spiel im Singkreis mit eingebaut werden.

Vernetzung und Kooperation

Der Träger „Stepke-Kitas“ steht in guter Zusammenarbeit mit der Diakonie als dem zuständigen sozialen Dienst. Dadurch kann sichergestellt werden, dass es für Kinder mit einem von der Diakonie festgestellten erhöhten Betreuungsbedarf möglich ist, in das Brückenprojekt integriert zu werden. Außerdem besteht eine gute Zusammenarbeit der Flüchtlingsunterkunft und der mobilen Kita, so dass neu ankommende Familien von dem Angebot erfahren können und bei Sprachverständigungsproblemen auf Übersetzer der Unterkunft zurückgegriffen werden kann.