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Pusteblume und Löwenzahn – Kindertagespflegegruppen in der Flüchtlingsunterkunft am Landhagen 94

Pusteblume und Löwenzahn – Kindertagespflegegruppen in der Flüchtlingsunterkunft am Landhagen 94

Flüchtlingsunterkunft „Am Landhagen 94“
Am Landhagen 94
59302 Oelde

Die Kindertagespflegegruppen „Pusteblume“ und „Löwenzahn“, die seit September 2016 für Kinder von 1 bis 6 Jahren in Räumen der Flüchtlingsunterkunft „Am Landhagen 94“ in Oelde eingerichtet sind, richten sich in ihrem Angebot an Kinder mit Fluchterfahrung und an ihre Eltern im Rahmen eines zusätzlichen Sprachförderungsangebotes einmal in der Woche. Es handelt sich um eine Betreuung der Kinder von festen Bezugspersonen (Tagespflegemüttern) in einem wöchentlichen Umfang von 25 Stunden, der auf die daran anknüpfende Versorgung im Regelbetrieb von Kitas und Grundschulen vorbereiten soll.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird über das Jugendamt der Stadt Oelde hergestellt. So kann die Stadt Oelde effektiv auf Kapazitäten in den beiden Kindertagespflegegruppen und auf Bedarf bei Familien in der Flüchtlingsunterkunft „Am Landhagen 94“ reagieren. Die Gruppen „Löwenzahn“ (von 1 bis 3 Jahren) und „Pusteblume“ (von 4 bis 6 Jahren) haben jeweils Platz für 9 Kinder. Mit derzeit 18 angemeldeten Kindern sind die Kapazitäten voll ausgeschöpft. Die Familien leben in der Regel direkt in der Flüchtlingsunterkunft, in der auch das Brückenprojekt stattfindet. Für eine gute Erreichbarkeit ist somit gesorgt.

Die Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten des Brückenprojektes befinden sich in den Gebäuden der Flüchtlingsunterkunft „Am Landhagen 94“. Eine komplette Etage ist hierfür liebevoll für die Kinder hergerichtet worden, wobei hierbei auch viel Wert auf die Schaffung einer sicheren Umgebung gerade für die kleinen Kinder gelegt wurde. Zu den Räumlichkeiten gehören je ein großer Raum für die Pusteblumen- und Löwenzahngruppe selbst, ein großer Vorraum, der unter anderem mit einer Puppenecke ausgestattet ist, ein Raum für das Sprachförderungsangebot (mit Flipchart und Aufbewahrung der Sprachmaterialen eines jeden Teilnehmers), ein Turnraum, ein Abstellraum, ein Bad, das kindgerecht gestaltet wurde und in dem jedes Kind seinen eigenen Haken mit Handtuch hat, und eine Teeküche. In den beiden Gruppenräumen befinden sich ausreichend Sitzecken mit Stühlen zum Spielen oder Basteln, Verstaumöglichkeiten für alle Materialien und Platz für Rückzug und Entspannung in Form von Matratzen oder Decken mit zusätzlichen Kissen. Das Spielzeug ist in allen Räumen für die Kinder frei zugänglich. Der Außenbereich der Flüchtlingsunterkunft mit einem Sandkasten und einer kleinen Rutsche kann mitgenutzt werden.

Das Angebot

Das Brückenprojekt findet fünfmal wöchentlich, montags bis freitags von 7:30 bis 12:30 Uhr, statt. Sechs Tagesmütter (darunter auch drei Erzieherinnen) betreuen die Kinder in einem Betreuungsverhältnis von 1:3. Alle Tagesmütter sind gut aufeinander abgestimmt und ein harmonisches Klima ist sofort spürbar. Mit den Eltern der Kinder ist eine gute Beziehung aufgebaut, so dass sie sich auch über Betreuungsbedarf über die Regelzeiten hinaus austauschen können. So sind derzeit für drei Kinder viermal pro Woche Randstunden bis 14:00 Uhr eingerichtet. Besonderes Augenmerk legt das Brückenprojekt auf die Sprachförderung der Kinder in enger Anbindung an die Eltern. Hierzu besteht eine Kooperation mit dem „Rucksack-Fit“-Projekt des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt, welches einmal wöchentlich stattfindet. Das gesamte Angebot ist gekennzeichnet durch Phasen freier Aktivität und feste Strukturelemente. Es geht flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder ein.

Die Angebotsstruktur

Das Angebot beginnt täglich mit einer Phase des offenen Ankommens von 7:30 bis 9:00 Uhr. Auf Trennungsschwierigkeiten der Kinder von den Eltern wird behutsam und individuell eingegangen: Es besteht die Möglichkeit, die Trennung stückweise einzuleiten und die Eltern länger einzubeziehen, bis es den Kindern schließlich nichts mehr ausmacht, wenn die Eltern sofort nach der Ankunft im Projekt wieder gehen. In dieser ersten Phase werden die Kinder bei Bedarf in ihrer Beschäftigungssuche unterstützt. Um 9:15 Uhr findet nach einem gemeinsamen Singen oder Spielen ein gemeinsames Frühstück statt. Nach diesem festen Strukturelement können die Kinder frei spielen, wobei auch hier auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen wird. Bei gutem Wetter gehen die Kinder mit den Tagesmüttern gern auf das Außengelände der Flüchtlingsunterkunft und nutzen Rutsche und Sandkasten oder gehen in der Umgebung spazieren. Je nach Aktivierungsniveau wird auch der Turnraum genutzt, so dass sich die Kinder auspowern können. Auch andere Angebote werden in diese Freispielphase integriert, wie zum Beispiel das Basteln zum Thema Muttertag. Das Heranführen an die deutsche Kultur wird hier gleichermaßen angesprochen wie das künstlerische Gestalten der Kinder. Das Angebot wird mittags mit den Kindern gemeinsam in Form eines Abschiedskreises beendet. Hier finden Sing- und Bewegungsspiele ihren Platz. Wenn die Eltern kommen, um ihre Kinder abzuholen, werden beide individuell verabschiedet.

Jeden Donnerstag findet das „Rucksack-Fit“-Projekt statt. Ab 8:00 Uhr richtet sich das Angebot für eine Stunde lang an interessierte Eltern. Ein Mitarbeiter des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Oelde arbeitet mit diesen bestimmte Themenblöcke der deutschen Sprache, aber auch der deutschen Kultur durch. Hierzu steht ein eigener Raum mit Flipchart und Materialien für jede einzelne Person zur Verfügung. Die Kinder können anschließend für den restlichen Vormittag am „Rucksack-Fit“-Projekt teilnehmen.

Vernetzung und Kooperation

Da das Jugendamt der Stadt Oelde als Träger für dieses Brückenprojekt fungiert, besteht eine gute Vernetzung zu verschiedensten Institutionen. So konnte zum Beispiel das „Rucksack-Fit“-Projekt in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum ins Leben gerufen werden, das für Eltern und Kinder mit Fluchterfahrung eine qualitativ gute und kostenfreie Möglichkeit zur deutschen Sprachförderung darstellt.