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„Grenzenlos“ in Verl: ein Raum, in dem für alle Platz ist

„Grenzenlos“ in Verl: ein Raum, in dem für alle Platz ist

Droste-Haus
Schillingsweg 11
33415 Verl

Das Droste-Haus nahm seine Arbeit in den 1960er-Jahren in Verl auf und vereint heute ein breites Spektrum von Aufgabengebieten unter seinem Dach. Dazu gehört auch das Familienzentrum der Stadt Verl. Die Arbeit in Form der Brückenangebote kam 2015 neu dazu. Aktuell werden zwei Eltern-Kind-Spielgruppen angeboten, von denen eins das Angebot „Grenzenlos“ ist. Die bewusste Entscheidung für eine Eltern-Kind-Gruppe geht mit der Idee einher, dass sowohl Mütter als auch Väter in den Angeboten willkommen sind.

Kontakt zu den Familien

Die erste Kontaktaufnahme zu den Familien wurde mittels Flyern in den Unterkünften für Menschen mit Fluchterfahrung hergestellt. Durch Hausbesuche wurde und wird der Kontakt gleichzeitig aufgebaut, regelmäßig gefestigt und intensiviert. Nicht selten entsteht durch die enge Arbeit mit den Familien der Kontakt zu weiteren Familien. In dem Angebot sind etwa zehn Familien angemeldet. Sie kommen meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Die Räumlichkeiten

„Grenzenlos“ findet in ebenerdigen Räumlichkeiten in Verl statt. Diese sind in unmittelbarer Nähe zu einem Schulzentrum sowie Angeboten des täglichen Bedarfs. Die Räumlichkeiten des Angebots verfügen über einen großzügigen Raum, den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Dieser ist direkt mit dem Eingang verbunden und wird durch eine Küche sowie Sanitärräume ergänzt. Direkt neben dem Eingangsbereich befindet sich in einem Extraraum ein gezieltes Beratungsangebot.

Der Raum selbst ist in vier Abschnitte aufgeteilt: Hinter dem direkten Eingangsbereich liegt mit etwas Abstand ein großer Gruppentisch, an dem das Angebot für die Eltern stattfindet. Dahinter befindet sich in geschützter Ecke ein Tisch für Eltern-Kind-Angebote sowie mit der offenen Möglichkeit für die Kinder zu malen. Daneben befindet sich eine Kinderecke. Die Spielecke ist mit Teppichboden ausgelegt und das Spielzeug ist für die Kinder überwiegend frei zugänglich. Neben einer Kinderküchenzeile mit Inventar befinden sich dort zum Beispiel Puppen, Stofftiere, Puzzles, Spielzeugautos, Bilderbücher und Spiele.

Das Angebot

„Grenzenlos“ findet dreimal pro Woche von 8.45 bis 11.45 Uhr statt und wird durch zwei Fachkräfte betreut. Durch die Aufteilung der Fachkräfte ist eine Fachkraft primär für die Arbeit mit den Kindern und eine Fachkraft primär für die Arbeit mit den Eltern zuständig. So wird allen Bedürfnissen Raum gegeben. Die Angebotsstruktur teilt sich in miteinander abgestimmte Phasen und bietet damit eine sichere Struktur für Eltern und Kinder mit Wechseln zwischen gemeinsamen und getrennten Aktivitäten.

Die Angebotsstruktur

Den Anfang bildet eine offene Phase des Ankommens. Die Familien werden individuell begrüßt. Die Eltern finden sich gemeinsam an dem Tisch ein, während die Kinder gemäß ihren Bedürfnissen entweder die Spielecke aufsuchen oder zunächst bei ihren Eltern verweilen. Bereits unmittelbar nach dem Eintreffen orientiert sich die Arbeit mit den Eltern an deren Interessenlage: Es wird zusammen Deutsch gelernt, es findet ein Austausch statt, in dem auch alltägliche Fragen geklärt werden, und es wird gemeinsam nach Lösungen von Herausforderungen gesucht.

Nachdem alle Familien eingetroffen sind, finden sich Eltern und Kinder in der Spielecke ein und singen gemeinsam mit beiden Fachkräften ein Begrüßungslied. Anschließend wird zusammen eine Teepause gemacht und es folgt ein weiteres gemeinsames Angebot mit Kindern und Eltern (z. B. Basteln). Daran schließt sich eine letzte Phase an, in der die Kinder und Eltern wieder unter sich sind. Zum Abschluss wird jede Familie individuell verabschiedet.

Das Angebot respektiert die Bedürfnisse von Kindern und Eltern, indem es durch seine Offenheit Flexibilität ermöglicht. In der Spielecke leitet die Fachkraft kindorientierte Angebote an, die die Kinder wahrnehmen können, oder sie können frei nach Interesse spielen. Des Weiteren haben sie über den gesamten Zeitverlauf die Möglichkeit, sich frei im Raum zu bewegen. So können sie explorieren und immer wieder Kontakt zu ihren Eltern suchen, während die Eltern wissen, dass die Fachkraft ein Auge auf die Kinder hat, und sich so auf Angebote der Fachkraft einlassen können. Eltern und Kinder können jederzeit Blickkontakt zueinander herstellen und Nähe suchen, gleichzeitig schafft die klare Raumstrukturierung Transparenz für die unterschiedlichen Bereiche. Die Kinder kennen ihre Orte des Spielens und ihre Ansprechpartnerin, während die Eltern wissen, wo es Raum für die Klärung ihrer Bedürfnisse gibt.

Abseits des strukturierten Angebots wird regelmäßig etwas außerhalb der Räumlichkeiten unternommen, um auch Hilfestellung im Alltag zu ermöglichen. So wurde bereits gemeinsam eingekauft und auch ein Besuch im Park wurde unternommen. Hinzu kommt eine Kooperation mit der Bibliothek, wodurch es einen regelmäßigen Termin zum Vorlesen außerhalb der Räumlichkeiten gibt.

Vernetzung und Kooperationen

Das Familienzentrum ist nicht nur ein Ort, an dem alles unter einem Dach ist, sondern es hat durch seine langjährige Arbeit eine vielfältige Vernetzung zu weiteren Trägern und Organisationen. Beispielsweise findet dreimal pro Woche nachmittags ein offenes Sprachkaffee statt, das durch eine Kooperation von mehreren Trägern initiiert wurde. Dadurch teilt sich die organisatorische Verantwortung auf, während gleichzeitig der Kreis an Teilnehmern und Teilnehmerinnen erweitert werden kann.