opener Logo KiTa.NRW Logo MKFFI
Startseite > Brueckenprojekte > „FlüKids“ in Duisburg: Nachbarschaft im Sozialraum gestalten

„FlüKids“ in Duisburg: Nachbarschaft im Sozialraum gestalten

„FlüKids“ in Duisburg: Nachbarschaft im Sozialraum gestalten

Eltern-Kind-Gruppen „FlüKids“ des DRK Duisburg
Angertaler Straße
47249 Duisburg

Das Projekt startete erstmals als Angebot in einem ausgebauten Fahrradkeller der Wanheimer Gebag-Wohnanlage in Duisburg. Mittlerweile bietet das Deutsche Rote Kreuz das Programm an zwölf weiteren Standorten in Form von Eltern-Kind-Gruppen und altersgemischten Spielgruppen an. Grundgedanke aller Angebote ist eine konsequente Sozialraumorientierung. Eines dieser Angebote ist die Eltern-Kind-Gruppe „FlüKids“ im City-Wohnpark im Duisburger Dellviertel. Das Brückenangebot findet in direkter Nachbarschaft zu einer Wohnunterkunft von Familien statt.

Kontakt zu den Familien

Für die Kontaktaufnahme zu den Familien besteht eine gewachsene Informationsstruktur. Nachdem die Leitung von dem Zuzug einer Familie in den City-Wohnpark erfahren hat, setzt sie sich mit dieser in Verbindung, indem sie das persönliche Gespräch bei einem Hausbesuch sucht. Hierbei wird der Familie das Angebot mit Struktur und Konzept vorgestellt. Häufig ziehen die Informationen weitere Kreise, wodurch sich der Zulauf erhöht.

Die Räumlichkeiten

„FlüKids“ befindet sich ganz oben in einem Hochhaus des City-Wohnparks. Die Räumlichkeiten wurden mit Hilfe von Spenden renoviert und gemütlich hergerichtet. Zu ihnen gehören neben einem großen Gruppenraum mit Zugang zu einer Dachterrasse ein Flur mit Eingangsbereich, zwei kleinere Nebenräume, ein Waschraum sowie eine Küche. Der große Gruppenraum umfasst einen kindgerechten Spielbereich, der mit Teppichboden ausgelegt ist. Der Spielbereich bietet ausreichend Platz, um Sitzkreise zu machen und freies Spielen zu ermöglichen. In den Regalen befinden sich Spielsachen, Bücher und Bastelmaterial. Das Spielzeug ist für die Kinder frei zugänglich. Außerdem befindet sich in dem Gruppenraum ein Ess- und Bastelbereich mit einer Tischgruppe und Stühlen. Aktuell in Planung ist die Einrichtung eines Lese- und Ruheraums. Der Lese- und Ruheraum soll den Kindern die Möglichkeit bieten, sich Bücher anzuschauen, sich auszuruhen und zu entspannen. Ebenfalls geplant ist ein separates Büro für die anfallenden organisatorischen Aufgaben.

Das Angebot

Das Eltern-Kind Angebot „FlüKids“ wird dreimal pro Woche für jeweils zwei Stunden angeboten. Vormittags findet von 10.00 bis 12.00 Uhr das Eltern-Kind Angebot mit Kindern von einem bis drei Jahren statt. Von 13.00 bis 15.00 Uhr gibt es ein weiteres Angebot für Eltern mit Kindern von drei bis sechs Jahren. Die Kinder werden überwiegend von ihren Müttern begleitet. Betreut wird das jeweilige Angebot von drei Fachkräften: einer pädagogischen Fachkraft als Kursleiterin, einer Assistentin und einer Kinderbetreuerin. Beim Personaleinsatz im Bereich der Kinderbetreuung wird viel Wert auf die pädagogische Qualifikation sowie Vorbildung gelegt. Zudem wird der Fremdsprachenkompetenz des Personals eine große Bedeutung zugeschrieben.

Die Angebotsstruktur

Die Phase des Ankommens ist offen gestaltet. Die Kinder und ihre Eltern finden sich nach einer kurzen Begrüßung in einem Sitzkreis ein und singen gemeinsam ein Begrüßungslied. Hier wird jedes Kind mit seinem Namen begrüßt. Es folgen weitere Singspiele. Die Fachkräfte bieten den Kindern Raum, Lieder aus ihren Herkunftsländern einzubringen. Hierbei ist oft die Unterstützung der Eltern gefragt und die Kinder haben große Freude daran. Danach beginnt eine Freispielphase, auf die eine gemeinsame Teepause folgt, in der alle Kinder mit ihren Eltern am Tisch zusammenkommen. Anschließend gibt es eine Bastelphase, in der den Kindern mit ihren Eltern ganz unterschiedliches Bastelmaterial zur kreativen Entfaltung angeboten wird. Das gemeinsame Basteln hat sich als festes Ritual etabliert und dient der Förderung von Kreativität und Motorik. Hier bieten sich viele Sprachanlässe. Die Bastelergebnisse werden entweder im Zeichen der Wertschätzung als Dekoration in den Räumen platziert oder den Familien mitgegeben. Auf die Bastelzeit folgt ein Bewegungsspiel. Die Kinder erhalten zum Beispiel bunte Luftballons und müssen die richtige Farbe in das dazu passende Körbchen werfen. Um sich den Körbchen zu nähern, sind Bewegungsanweisungen wie „laufen“ oder „auf Zehenspitze gehen“ zu befolgen. Das Abschlussritual bildet ein Lied, in dem wieder jedes Kind mit seinem Namen angesprochen und verabschiedet wird.

Sprache, Spiel und soziales Miteinander sind die Eckpfeiler des Angebots. Eltern und Kinder spielen, singen, malen und basteln gemeinsam. Durch die gemeinsame Interaktion werden die Eltern in ihrer Rolle unterstützt und können Anregungen für die Freizeitgestaltung sowie für entwicklungsfördernde Kommunikations- und Sprachspiele gewinnen. Somit kann die Stärkung der Elternkompetenz als ein wesentliches Ziel der Eltern-Kind-Gruppe hervorgehoben werden. Sei es beim Singen, Spielen oder Basteln – im Hinblick auf den Umgang mit Sprache ist die Freude am Sprechen selbst das Wichtigste. Zentral ist hierbei die Förderung von Sprachkompetenzen und von Mehrsprachigkeit. Auch auf der Ebene des Personals zeigt sich: Durch das sprachliche Repertoire der Fachkräfte gelingt es den Eltern schneller, eine fundierte Beratung in Belangen und Fragen über den eigentlichen Rahmen hinaus zu erhalten. Die Kursleitungen verfügen über pädagogische und interkulturelle Kompetenzen und sind im Bereich der Mehrsprachigkeit versiert, was den Vertrauensaufbau mit den Familien unterstützt. Zudem sehen sich die Fachkräfte als Vorbilder und Mutmacher, mit denen sich die Familien identifizieren können und sollen.

Vernetzung und Kooperationen

Das „FlüKids“ ist an mehreren Standorten vertreten. Die Standorte verfügen über eine vielfältige Vernetzung untereinander. Zusätzlich ist das Brückenprojekt aufgrund der Organisation durch das Deutsche Rote Kreuz gut vernetzt. Darüber hinaus hat das Projekt eine Vernetzung zu weiteren Trägern und Organisationen, unter anderem existiert eine Vernetzung mit dem Elternbildungsangebot „Griffbereit“.