opener Logo KiTa.NRW Logo MKFFI
Startseite > Brueckenprojekte > Brückenprojekt vom KiTa Zweckverband in Bochum-Werne: Inklusion durch frühzeitige Partizipation

Brückenprojekt vom KiTa Zweckverband in Bochum-Werne: Inklusion durch frühzeitige Partizipation

Brückenprojekt vom KiTa Zweckverband in Bochum-Werne: Inklusion durch frühzeitige Partizipation

Katholischer Kindergarten Herz-Jesu
Hölterweg 2
44894 Bochum

Bei dem Brückenprojekt in Bochum-Werne handelt es sich um ein Brückenprojekt, das seit Herbst 2015 viermal wöchentlich mit zwei unterschiedlichen Gruppen stattfindet: Insgesamt nehmen acht Kinder mit Fluchterfahrungen an dem Angebot teil, jeweils vier Kinder besuchen am Donnerstag- und Freitagnachmittag von 14.30 bis 16 Uhr die bestehende Kitagruppe, bei der weitere zehn reguläre Kitakinder betreut werden, die anderen vier Kinder mit Fluchterfahrungen besuchen am Dienstag und Mittwoch die bestehende Kitagruppe. Das Angebot ist während der regulären Kitazeiten gut besucht, findet jedoch auch während der Schulferien statt; dann finden sich darin nicht so viele Kinder aufgrund der Urlaubszeit.
 

Kontakt zu den Familien

Es nehmen sowohl Kinder mit Fluchterfahrungen sowie Kinder aus der Regeleinrichtung an diesem Termin teil, der während der regulären Kitazeit stattfindet. Die Kinder mit Fluchterfahrungen wohnen meist in dem direkt neben den Räumlichkeiten der Kita gelegenen Übergangswohnheim für Flüchtlingsfamilien, das schon seit ungefähr 60 Jahren besteht. Durch die zuständige Sozialarbeiterin in diesem Übergangswohnheim erfahren die Familien von dem Angebot. Der Austausch mit der Sozialarbeiterin erlaubt es auch, bei der Gruppenaufteilung darauf zu achten, dass Kinder von Familien, die sich untereinander nicht gut verstehen, nicht dieselbe Gruppe im Brückenprojekt besuchen. Die Kinder melden sich zum Brückenprojekt an und nehmen regelmäßig teil. Wenn die Kinder einmal verhindert sind, müssen sie sich nicht gesondert abmelden.

Die Räumlichkeiten

Das Angebot findet in den Räumlichkeiten der Regeleinrichtung statt und verteilt sich auf mehrere Räume sowie bei schönem Wetter auch draußen. Die Räume sind hell, weisen große Fenster auf und sind kindgerecht eingerichtet. In vielen Räumen befinden sich Klettermöglichkeiten sowie ein Spielhaus, in welches sich die Kinder zurückziehen können. Darüber hinaus sind die Räume mit zahlreichen Spielangeboten wie Bilderbücher, Brettspiele, Bauklötze, Farbstifte und vielen mehr ausgestattet. Die Außenanlage umfasst ein Klettergerüst, eine Schaukel sowie einen großen Sandhaufen.

Das Angebot

Das Brückenprojekt findet viermal wöchentlich für jeweils eineinhalb Stunden statt. Es gibt zwei Gruppen, so dass die Kinder mit Fluchterfahrungen an zwei der vier Termine teilnehmen. Der Betreuungsschlüssel liegt bei höchstens 14 Kindern und einer bis zwei Fachkräften. Die Kita verfügt über eine Projektbegleiterin mit Migrationshintergrund und arabischen Sprachkenntnissen. Da es sich um eine „plusKita“ handelt, also um eine Kita, die in einem sozialen Brennpunkt gelegen ist und deswegen finanzielle Zuschüsse erhält, um erweiterte Betreuungszeiten und Fördermöglichkeiten anzubieten, verfügt die Kita über eine zusätzliche Fachkraft sowie über zusätzliche Mittel zur Sprachförderung. Hierbei kommen vielfach alltagsintegrierte Sprachförderungsmethoden zur Anwendung. Bei den zwei durchgeführten Besuchen entstand der Eindruck, dass sich sowohl die Kinder mit Fluchterfahrungen wie auch die regulären Kitakinder wohlfühlen. So zeigte sich, dass die Fachkräfte, wenn die Kinder in ihrer Muttersprache sprechen, nachfragen, was diese gesagt haben, und umgekehrt und sie die Kinder durch sprachfördernde Spiele dazu anregen, Deutsch zu lernen. Darüber hinaus fiel auf, dass die Kinder verschiedener Nationalitäten bei einem Spiel, das ihre Neugier anregte, ihr Bedürfnisse auf Deutsch äußerten und hierbei gleichzeitig lernten, die Wünsche der andern Kindern mit zu beachten. Da beim Brückenangebot die Kinder mit Fluchterfahrungen bereits in einem begrenzten Umfang in der Kita betreut werden, soll hierbei die Inklusion in die Kita durch dieses niederschwellige Betreuungsangebot erleichtert werden. Insgesamt handelt es sich bei diesem Brückenangebot um eine gelungene Vorbereitung für die Kita und somit um eine gute Voraussetzung für eine frühzeitige Inklusion dieser Kinder durch die Partizipation im regulären Kitaalltag.
 

Die Angebotsstruktur

Nach einem gemeinsamen Begrüßungslied beginnt das Spielen: Die Mädchen und Jungen wählen aus verschiedenen Spielangeboten aus. Dann erfolgen geleitete Spielsequenzen mit einem oder mehreren Kindern. Dabei sind die Spielsachen frei zugänglich und kindgerecht. Zuletzt findet ein kurzes Abschlussritual statt.

Vernetzung und Kooperationen

Das Brückenprojekt des KiTa Zweckverbandes im Bistum Essen ist aufgrund der Organisation durch diesen großen Träger und der langjährigen Tätigkeit des KiTa Zweckverbandes gut vernetzt. Darüber hinaus besteht das Übergangswohnheim, das sich direkt neben der Kita befindet, bereits seit ungefähr 60 Jahren. Aufgrund dieser räumlichen Nähe ist es einerseits möglich, dass die Sozialarbeiterin vor Ort und die Fachkräfte der Kita eng zusammenarbeiten und so die Familien von dem Brückenangebot erfahren. Andererseits verfügen die Fachkräfte wegen der jahrelang bestehenden Inklusionsarbeit über eine gute Erfahrung in diesem Bereich. Des Weiteren zeigt sich die Erfahrung auch in der Konzeption des Brückenangebotes, das aufgrund der Anwesenheit von Kindern mit regulärem Kitaplatz wie auch von Kindern mit Fluchthintergrund bei einer frühzeitigen Integration und Partizipation sowie damit einhergehend beim Abbau von Berührungsängsten ansetzt.