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Brückenprojekt „MuK“: Sicherheit durch Kontinuität

Brückenprojekt „MuK“: Sicherheit durch Kontinuität

Mutter-Kind-Spielgruppe „MuK“ in der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH
Herforder Straße 74-76
33602 Bielefeld

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in Bielefeld bietet seit September 2015 eine Mutter-Kind-Spielgruppe „MuK“ an fünf Tagen in der Woche an. Durch ihr Betätigungsfeld im Bereich der beruflichen Bildung und Unterstützung ist die FAW gut innerhalb Bielefelds mit Einrichtungen der Stadt, weiteren Organisationen sowie der Wirtschaft vernetzt. Gleichzeitig entwickeln sich durch das Angebot im Haus Synergieeffekte, wodurch häufig eine familiäre Unterstützung auf mehreren Ebenen möglich ist: Es werden Sprachkurse in der FAW angeboten, und hier finden auch Weiterbildungen und Schulungen sowie Qualifizierungs- und Kompetenzfeststellungen statt.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird über die Stadt vermittelt, indem die Einrichtung über freie Plätze informiert und sich erkundigt, ob ein Bedarf besteht. Dabei wird natürlich auf eine gute Erreichbarkeit des Angebots für die Familien geachtet.

Die Räumlichkeiten

Für das Angebot wurde ein Seminarraum umgestaltet und kindgerecht hergerichtet. Außerhalb des Angebots finden hier auch noch Seminare statt. Der Raum ist mit Teppichboden ausgelegt und wurde liebevoll mit Spielsachen ausgestattet. An Wände und Fenster wurden kindgerecht Bilder, Bastelstücke und Poster angebracht sowie ein Wochenplan, der mit Hilfe von Piktogrammen feste Aktivitäten an dem jeweiligen Wochentag abbildet. Der Raum lässt sich unterteilen. Im vorderen Bereich befindet sich eine Tischgruppe mit Stühlen und einem Regal, in dem sich Material befindet. Die sich im vorderen Bereich befindlichen Gegenstände wie Whiteboard und Flipchart werden für das Angebot genutzt. Der hintere Bereich ist mit weiteren Spielsachen ausgestattet und bietet Platz für das Spielen auf dem Boden. In unmittelbarer Nähe zum Standort der FAW befindet sich ein großzügiger Spielplatz, der für Aktivitäten im Freien aufgesucht wird.

Das Angebot

Das Angebot findet fünfmal pro Woche vormittags von 9.00 bis 13.00 Uhr statt. Auch wenn das Angebot als Mutter-Kind-Spielgruppe organisiert ist, lässt sich feststellen, dass Mütter mit zunehmendem Vertrauen in das Angebot eigenständig Phasen des Getrenntseins einleiten, wenn beispielsweise etwas zu erledigen ist und die Kinder gut damit umgehen können. Im Hinblick auf den zukünftigen Besuch einer anderen Bildungseinrichtung wird dies von den Fachkräften unterstützt. Positiv ist hier, dass durch das qualifizierte Personal vor Ort eine gewisse Flexibilität besteht. So kann auch relativ spontan auf die tägliche Anzahl von Kindern und Müttern reagiert werden.

Die Angebotsstruktur

Da das Angebot an fünf Tagen in der Woche stattfindet, sind bestimmte Aktivitäten als feste Strukturelemente zu bestimmten Zeitpunkten kontinuierlich in der Woche eingeplant und finden nicht an jedem Wochentag statt. Der Wochenplan dient dabei als Orientierung und legt den Ablauf je Wochentag offen. Beispielsweise gibt es an zwei Tagen in der Woche ein kleines gemeinsames Frühstück mit Obst und frischem Gemüse. Es gibt aber auch Strukturbestandteile, die über die Wochentage hinaus gleich sind. Hierzu gehört der offene Anfang. Um 10 Uhr wird gemeinsam gesungen und es folgt eine „Wie-geht-es-mir“-Runde mit Smileys. Anschließend gibt es ein gemeinsames Angebot das variiert, zum Beispiel ein gemeinsames Frühstück und ein Bastelangebot sowie die Möglichkeit zum freien Spiel. Sofern das Wetter es zulässt, geht die Gruppe auch noch gemeinsam auf den Spielplatz. Ein gemeinsamer Abschluss findet in der Regel mit einem Abschlusslied statt.

Ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit wird darin gesehen, den Familien und Kindern das Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln und Vertrauen sowie Beziehung aufzubauen. Dabei wird äußerst viel Wert darauf gelegt, dass feinfühlig und sensibel auf die Familienmitglieder und ihre Lebenssituation Rücksicht genommen wird. Sensibilität und Empathie sowie in den Dialog zu treten und gemeinsame individuelle Lösungen für bestehende Schwierigkeiten zu finden sind zentraler Bestandteil der Arbeit. Gleichzeitig soll das Angebot den Kindern die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen in einem pädagogischen Setting zu sammeln. Hierzu gehört, dass Kinder und Eltern mit gängigen Regeln in deutschen Bildungseinrichtungen vertraut werden und spielerisch erste deutsche Wörter lernen. Aus diesem Grund dient die „Wie-geht-es-mir“-Runde mit Smileys dazu, dass sich die Kinder ein kleines Repertoire an Gefühls- und Befindlichkeitsäußerungen aneignen, damit sie sich dazu auch im Falle von Unwohlsein sicher ausdrücken können und keine Hemmungen haben.

Vernetzung und Kooperationen

Die FAW ist in Bielefeld und durch ihre weiteren Standorte in der Umgebung gut vernetzt. Das Engagement der Mitarbeiter-/innen bietet darüber hinaus einen Dialog in städtische Gremien. Die Ansprechpartnerin für das Brückenprojekt ist zum Beispiel im Integrationsrat der Stadt aktiv. Daraus ergeben sich weitere Austauschmöglichkeiten und hilfreiches Wissen über städtische Strukturen. Zudem werden weitere Vernetzungsstrukturen kontinuierlich aufgebaut, die sich häufig auf der Suche nach konkreten Lösungen für einzelne Familien ergeben.