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Brückenprojekt im Senfkorn: Ein Angebot für die ganze Familie

Brückenprojekt im Senfkorn: Ein Angebot für die ganze Familie

Familienzentrum Senfkorn
Stockheimer Straße 24
59590 Geseke

Seit September 2015 bietet das evangelische Familienzentrum Senfkorn in Geseke ein Brückenprojekt in Form einer Eltern-Kind-Spielgruppe für Familien mit Fluchterfahrung an und hat diese im Januar 2016 erweitert. Als erfahrenes Familienzentrum mit vielfältiger Vernetzung und unterschiedlichen Angeboten bietet es für Familien einen Möglichkeitsrahmen, der weit über das Brückenprojekt hinausgeht. Das Familienzentrum ist ein Ansprechpartner für unterschiedliche Fragen und Bedürfnisse und bietet viele Angebote. Neben gemeinsamen Aktivitäten, die von Fachkräften moderiert und angeleitet werden, haben die Eltern zweimal pro Woche die Möglichkeit, einen Sprachkurs vor Ort zu besuchen. Die Kinder hingegen nehmen gelegentlich an den Aktivitäten der Kindertageseinrichtung teil, wodurch sie mit den Strukturen vertraut gemacht werden und dieses Setting kennenlernen.

Kontakt zu den Familien

Der Kontakt zu den Familien wird über die Stadt vermittelt. Auf der Suche nach passenden Familien hat das Einzugsgebiet Priorität. Dies gewährleistet, dass das Angebot nicht nur zu den Familien passt, sondern für diese auch gut erreichbar ist, denn die meisten Familien sind zu Fuß unterwegs. Derzeit besuchen zehn Kinder mit ihren Eltern die Angebote im Familienzentrum.

Die Räumlichkeiten

Neben den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte befindet sich auf dem Gelände auch das Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus, in dem sowohl die Sprachkurse, das gemeinsame Angebot, als auch weitere Angebote des Familienzentrums stattfinden. Das gemeinsame Angebot selbst befindet sich hier in einem kindgerechten Raum mit Tischgruppe und Stühlen, einer gemütlichen Kuschelecke, Spielzeug und ausreichend Platz, um Sitzkreise zu machen und freies Spielen zu ermöglichen. Die Sprachkurse finden in einem anderen Raum innerhalb des Gebäudes statt, wodurch eine räumliche Nähe auch bei getrennten Phasen hergestellt wird. Direkt nebenan ist der Gebäudekomplex, in dem sich die Kindertagesstätte befindet.

Das Angebot

Das Angebot findet dreimal pro Woche nachmittags von 14.00 bis 17.00 Uhr statt. An zwei Tagen in der Woche besuchen die Eltern in der Regel während dieser Zeit einen Sprachkurs. Betreut wird das Angebot von zwei bis drei Fachkräften, wobei eine Fachkraft gleichzeitig auch Sprachkurse anbietet und so als konstante Ansprechpartnerin für die Eltern fungieren kann. Sie wird von einer weiteren pädagogischen Fachkraft im kindlichen Angebot zu diesen Zeiten abgelöst.

Die Angebotsstruktur

Nach der Phase des Begrüßens und Ankommens gehört die erste Stunde den Familien. Die Uhrzeiten von Brückenprojekt und Sprachkurs sind so aufeinander abgestimmt, dass es zunächst eine Stunde Raum für gemeinsame Aktivitäten gibt, die von zwei pädagogischen Fachkräften angeleitet und begleitet werden. Anschließend besuchen die Eltern an zwei Tagen in der Woche den Sprachkurs und die Kinder gehen weiteren Aktivitäten nach; so wechseln sie zum Beispiel in den Bereich der Regelbetreuung.

Zentral ist ein familienzentrierter Ansatz, durch den Eltern und Kinder eingebunden werden und von dem Angebot profitieren. Dabei wird immer auch auf individuelle familiäre Bedürfnisse achtgegeben und Feinfühligkeit wird als besonders wichtig erachtet. Es geht darum, die ganze Familie ankommen zu lassen. Die Kombination aus einem Familienangebot im kleinen Kreis, dem Sprachkurs für die Eltern und der kindlichen Teilnahme am Regelangebot eröffnet in diesem Zusammenhang gute Möglichkeiten. Die Gestaltung des gemeinsamen Angebots orientiert sich an dem, was die Familien mitbringen. Spielerisch werden im kleinen Kreis mit den Familien in einem professionell aufgebauten und abgestimmten Setting Sprache und Systemstrukturen nähergebracht und Vertrauen aufgebaut. In der gemeinsamen Phase wird Sprache zum Beispiel durch Fingerspiele und Lieder kombiniert vermittelt und so für die Familie gemeinsam erlebbar. Der Sprachkurs bietet den Eltern Raum, ihren Interessen nachzugehen, während sich die Kinder in unmittelbarer Nähe befinden und sie diese gut aufgehoben wissen. Die Kinder hingegen profitieren davon, am Regelangebot zu partizipieren und dieses kennenzulernen, wodurch ein sanfter Übergang angebahnt wird. Um Transparenz auch bei einem Fachkräftewechsel herzustellen und an Aktivitäten erneut anknüpfen zu können, werden die Aktivitäten in einem Heft skizzenhaft dokumentiert.

Vernetzung und Kooperationen

Das Familienzentrum Senfkorn ist nicht nur ein Ort, an dem eine Vielzahl von Angeboten aufeinander abgestimmt wird, sondern es ist weitreichend mit anderen Stellen und Institutionen vernetzt. So geht auch die Abstimmung mit der Stadt über Aufnahmen von Familien auf bestehende Vernetzungsstrukturen zurück. Zu einer Vielzahl von bestehenden Kontakten gehört zum Beispiel die Initiative Wirtschaft und das Gesundheitsamt, was sich positiv auf die tägliche Arbeit auswirkt und Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen ermöglicht. Eine Vernetzung mit der Volkshochschule ermöglicht das Angebot in Kombination mit den Sprachkursen.